Gewinnbeteiligung Aktionäre - Jetzt die Dividenden-Aktien ins Portfolio holen?

In einer Woche starten die Firmen des Swiss Market Index mit der Zahlung der Dividenden. Unternehmen mit hoher Ausschüttung stehen hoch im Kurs. Doch aufgepasst: Dividendenrendite allein ist noch kein Kaufgrund.
24.02.2019 20:55
Von Pascal Züger
Ist und bleibt die renditenstärkste Dividendenaktie im SMI: Der Versicherungskonzern Zurich.
Ist und bleibt die renditenstärkste Dividendenaktie im SMI: Der Versicherungskonzern Zurich.
Bild: Bloomberg

Wer in den Genuss der Dividende der beiden Pharma-Schwergewichte im Swiss Market Index (SMI) kommen möchte, muss sich beeilen: Das Ex-Dividende-Datum von Novartis (4. März) und Roche (7. März) steht bereits in der kommenden Woche an. Alle Investoren, die dann Aktien der entsprechenden Firma besitzen, bekommen die Dividende einige Tage später ausbezahlt.

Am Ex-Dividende-Tag werden die Titel auch mit dem Dividendenabschlag an der Börse gehandelt (die Dividende wird vom Aktienkurs des Vorabends abgezogen). Anleger greifen entweder vor dem Ausschüttungstermin zu und kassieren anschliessend die Dividende. Oder sie verzichten bewusst auf die Auszahlung und kaufen am Tag des Abschlags zu tieferen Kursen zu - mit der Überlegung, dass gerade bei gesunden Firmen diese Kursdelle nur vorübergehender Natur ist.

Gerade bei soliden Dividendentiteln ist oft schon Wochen oder Monate vor der Auszahlung ein Kursanstieg zu beobachten. Viele wollen sich noch die Dividende sichern und kaufen die Aktien. Das ist derzeit auch bei Roche  und Novartis erkennbar, die in den letzten sechs Handelstagen an der Börse deutlich an Wert gewonnen haben. Ihre Dividendenrendite wurde dadurch auf je 3,1 Prozent gedrückt.

Diese Rendite ist tiefer als der SMI-Durchschnitt, der derzeit bei 3,5 Prozent liegt (Übersicht der Dividendenauszahlungen in der Tabelle am Artikelende). Wie sieht es bei den vier besten SMI-Dividendenzahlern im laufendenden Jahr aus? Der Überblick.

Zurich: 5,8 Prozent Dividendenrendite

Einmal mehr geht der Preis der dividendenstärksten SMI-Aktie an Zurich. Im April werden 19 Franken pro Aktie an die Aktionäre vergütet, 1 Franken mehr als noch im Vorjahr. Performancemässig ist die Aktie zwar mit Plus 4,3 Prozent in den letzten 52 Wochen im Schweizer Markt bloss biederes Mittelmass, doch bietet darüber hinaus die 5,8 prozentige Dividendenrendite eine mehr als solide jährliche Einnahme.

Die Umstrukturierung von CEO Mario Greco schreitet erfolgreich voran. Und Finanzchef George Quinn versicherte im Rahmen der Zahlenpräsentation, dass die 19 Franken Dividende als neue Untergrenze für künftige Zahlungen angesehen werden könne. Ein Analyst von JP Morgan hält es gar für möglich, dass 2020 die Dividende um 10 Prozent auf 22 Franken steigen könnte. Zurich ist ein Titel, der in keinem gut ausgewählten Dividenden-Portfolio fehlen darf.

Swiss Re: 5,7 Prozent Dividendenrendite

Als der Rückversicherer Swiss Re vergangenen Donnerstag die Zahlen vorlegte, schienen Anleger nicht so genau zu wissen, was sie davon halten sollen: Zunächst gab die Aktie für kurze Zeit nach, doch noch am selben Vormittag drehte sie ins Plus. Den Anlegern gefielen die Dividendenerhöhung von 12 Prozent auf 5,60 Franken sowie die geplanten Aktienrückkäufe von bis zu 2 Milliarden Franken.

Swiss Re hat an der Börse in diesem Jahr 9 Prozent dazugewonnen, das ist etwas weniger als der gesamte SMI (+11 Prozent). Inzwischen ist der Titel nahe bei 100 Franken - eine Marke, über der Swiss Re letztmals im Herbst 2007 lag. Für einen Kursimpuls könnte in diesem Jahr der Börsengang der britischen Geschäftssparte Reassure sorgen. Grundsätzlich sind die langfristigen Ertragsaussichten aber nicht überragend, so dass die Luft nach oben langsam dünn werden könnte. Dank einer äussert soliden finanziellen Situation ist aber immerhin die Dividende über die nächsten Jahre kaum gefährdet. Auch Swiss Re ist für Dividendenliebhaber ein Muss.

UBS: 5,6 Prozent Dividendenrendite

Seit dem Frankreich-Urteil vom vergangenen Mittwoch (4,5 Milliarden Euro Strafe und Schadenersatz) verliert die Aktie kontinuierlich - trotz eines freundlichen Gesamtmarkts. Anleger fürchten sich vor neuen Rückstellungen, bisher soll die Bank gemäss Analystenvermutungen erst wenige hundert Millionen Dollar dafür reserviert haben (cash berichtete).

Auch die generelle Lage in der Finanzindustrie stimmt wenig optimistisch: Die Zinsen bleiben tief, die Ertragslage schwierig. In den letzten 52 Wochen hat die UBS einen Drittel ihres Börsenwerts eingebüsst. Die UBS will nichtsdestotrotz auch künftig mit einer grosszügigen Dividendenpolitik und einem grossangelegten Aktienrückkaufprogramm bei den Anlegern punkten. Ein UBS-Investment bleibt riskant, hohe Strafzahlungen könnten künftig das Rückkaufprogramm und die Dividende gefährden - auch wenn CEO Sergio Ermotti betont, dass die Dividenpolitik unverändert bleibt.

Swisscom: 4,8 Prozent Dividendenrendite

Der Marktführer im Telekomsektor, an dem der Bund eine Aktienmehrheit von 51 Prozent besitzt, leidet unter dem wiederbelebten Konkurrenzkampf im Sektor: Salt bietet Abos zu Tiefstpreisen an und Sunrise flirtet mit einem Kauf von UPC. Um Kunden zu behalten, muss Swisscom die Preise senken - was auf die Profitabilität drückt. Der stärkere Konkurrenzkampf macht sich auch an der Börse bemerkbar: Die Swisscom-Aktie ist der schlechteste SMI-Titel in diesem Jahr (-2 Prozent seit Jahresbeginn).

Doch gemäss einer ZKB-Analyse musste die Swisscom-Aktie zu stark untendurch. Chancen bietet etwa das neue 5G-Internet. Ausserdem ist die Dividende stabil auf einem hohen Niveau: Seit 2012 beträgt die Ausschüttung unverändert 22 Franken pro Aktie. Bis zur nächsten Auszahlung sind es noch fünf Wochen. Und sollte es demnächst an der Börse wieder rumpeln, wäre ihr defensiver Charakter von Vorteil.

Übersicht Dividendenauszahlungen aller SMI-Titel 

Titel Dividende (in CHF) Dividenden-Rendite Kurs seit 1.1.19 Datum Ex-Dividende
ABB 0.80* 4,0% +8,2% Anfang Mai
Adecco 2.50* 4,7% +16,5% 16.04.2019
Credit Suisse 0.2625 (R) 2,2% +11,1% Ende April
Geberit 11.50* 2,8% +6,0% Anfang April
Givaudan 60 2,4% +8,6% 01.04.2019
Julius Bär 1.50 (R) 3,7% +16,7% 12.04.2019
LafargeHolcim 2* (R) 4,1% +21,6% Mitte Mai
Lonza 2.75 (R) 1,0% +13,0% 24.04.2019
Nestlé 2.45 2,7% +14,5% 15.04.2019
Novartis 2.85 3,1% +7,7% 04.03.2019
Richemont 2* 2,7% +18,3% 11.09.2019
Roche 8.70 3,1% +14,2% 07.03.2019
SGS 78 3,1% +15,2% 26.03.2019
Sika 2.05 1,5% +8,2% 11.04.2019
Swatch 8 2,8% -0,4% 27.05.2019
Swiss Life 15* (R) 3,6% +10,8% Ende April
Swiss Re 5.60 5,7% +9,8% 19.04.2019
Swisscom 22 4,8% -2,1% 04.04.2019
UBS 0.70 (R) 5,6% +2,1% 06.05.2019
Zurich 19 5,8% +11,3% 05.04.2019

* = Schätzung, da Höhe noch nicht kommuniziert
(R) = Steuerbefreite Auszahlung aus Kapitalreserven
Stand 22.2.19, Quellen: cash und VPI-Schweiz

 

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