Die Aktien von Givaudan geben am Donnerstag im frühen Handel deutlich nach. Dabei übertraf der Aromen- und Duftstoffhersteller im ersten Halbjahr beim organischen Wachstum die Erwartungen. Analysten machen sich allerdings gewisse Sorgen wegen des schwachen freien Cashflows, steigenden Rohstoffkosten und möglichen Belastungen für die Margen im zweiten Halbjahr.
Nach der Eröffnung verliert die Aktie 4,8 Prozent auf 3221 Franken, während der SMI 1,6 Prozent im Minus steht. Die Aktie hatte vom Jahrestief im März bei 2566 Franken bis Anfang Juli um 38 Prozent auf 3547 Franken zugelegt. Seither tendieret sie wieder nach unten. Bereits am Vortag hatte sie um 1,1 Prozent nachgegeben.
Givaudan ist im ersten Halbjahr 2026 organisch gewachsen, weist aber unter dem Strich einen deutlich tieferen Reingewinn aus.
Dabei kam es im zweiten Quartal zu einer Wachstumsbeschleunigung. Negative Wechselkurseffekte führten jedoch dazu, dass der ausgewiesene Umsatz in Franken zurückging. Die Profitabilität ging ebenfalls zurück. Unter dem Strich blieb ein klar tieferer Reingewinn.
So sank der Umsatz von Januar bis Juni um 1,7 Prozent auf 3,80 Milliarden Franken, wie der Lieferant von Aromen und Duftstoffen für Lebensmittel, Parfüms sowie Haushalts- und Pflegeprodukte am Donnerstag mitteilte. Organisch, also bereinigt um Währungs- und Übernahmeeffekte, resultierte hingegen ein Wachstum von 3,6 Prozent.
Wachstumsbeschleunigung im zweiten Quartal
Damit beschleunigte sich das organische Wachstum im zweiten Quartal auf 4,3 nach 2,8 Prozent im ersten Quartal. Somit lag das organische Wachstum auch wieder im mittelfristigen Zielband von 4 bis 6 Prozent.
Der bereinigte operative Gewinn (EBITDA) sank im ersten Halbjahr um 5,2 Prozent auf 923 Millionen Franken. Die entsprechende Marge verschlechterte sich damit auf 24,3 von 25,2 Prozent. Der ausgewiesene EBITDA ging um 13 Prozent auf 820 Millionen zurück. Der Reingewinn lag mit 475 Millionen 20 Prozent tiefer.
Die Erwartungen der Analysten wurden damit beim organischen Wachstum übertroffen (AWP-Konsens: 3,0 Prozent). Die Profitabilität (bereinigte EBITDA-Marge) lag derweil im Rahmen der Erwartungen. Der Reingewinn verfehlte indes die Prognosen (AWP-Konsens: 541 Mio Fr.).
Einmalkosten belasten Profitabilität
Givaudan sprach von einer anhaltend guten Wachstumsdynamik trotz des anspruchsvollen geopolitischen und makroökonomischen Umfelds. Das Wachstum sei ausgewogen über Regionen, Kundengruppen und Geschäftssegmente hinweg ausgefallen. Zudem habe der Konzern angesichts höherer Rohstoffkosten gemeinsam mit seinen Kunden Preiserhöhungen umgesetzt, um die gestiegenen Inputkosten vollständig auszugleichen.
Die Profitabilität sei vor allem durch einmalige Kosten von 103 Millionen Franken belastet worden. Diese standen gemäss Mitteilung vor allem im Zusammenhang mit Vergleichszahlungen und Rückstellungen, Restrukturierungsaufwendungen sowie Kosten im Zusammenhang mit Untersuchungen der Wettbewerbsbehörden in der Duftstoffbranche. Bereinigt um diese Einmaleffekte sei der EBITDA in Lokalwährungen um 0,8 Prozent gestiegen, hiess es weiter.
Mittelfristziele bestätigt
Wie erwartet bestätigte Givaudan die Mittelfristziele. Demnach will der Konzern über den Zeitraum 2026 bis 2030 ein organisches Wachstum von 4 bis 6 Prozent erreichen. Zudem strebt Givaudan über den Fünfjahreszeitraum einen bereinigten freien Cashflow von durchschnittlich über 12 Prozent des Umsatzes an.
(AWP)

