«Gold ist ein bisschen aus der Mode»

Der Goldpreis fällt in immer tiefere Sphären. Besonders überrascht hätten die hohen Ausflüsse aus den Gold-ETF, sagt Nobert Rücker, Leiter Rohstoffanalyse bei Julius Bär, im Video-Interview.
04.08.2015 11:24
Von Pascal Züger
Norbert Rücker, Leiter Rohstoffanalyse Julius Bär.
Bild: cash

Gold scheint bei Anlegern immer weniger gefragt zu sein. Und dies trotz Dauerkrise in Griechenland und dem chinesischen Börsencrash - Ereignisse, die eine Investition ins "sichere" Gold eigentlich attraktiver machen müssten. In den letzten vier Wochen ist der Preis für Gold um über 6 Prozent auf 1090 Dollar pro Unze gefallen. Dies ist fast nur noch halb so viel wie das Allzeithoch von 1902 Dollar pro Unze aus dem Jahre 2011.

"Gold scheint ein bisschen aus der Mode geraten zu sein unter Investoren", sagt Norbert Rücker, Leiter Rohstoffanalyse bei Julius Bär, im Video-Interview. Besonders überrascht hätten die hohen Ausflüsse aus den Gold-ETF.

Einer der Hauptgründe dafür ist gemäss Rücker der starke US-Dollar. Daneben gebe es jedoch weitere Ursachen. "Dem generellen Verkaufsdruck bei Rohstoffen kann sich Gold nicht entziehen. Hinzu kommt die Aussicht auf steigende Zinsen in den USA", wie der Leiter Rohstoffanalyse erklärt.

Weiterhin Nachfragerückgang in der westlichen Welt

Rücker rechnet aufgrund des jetzigen Umfelds mit einer sich anbahnenden Zinserhöhung in den USA weiterhin mit einem Rückgang der Anlegernachfrage nach Gold in den USA und in Europa.

Die Situation vor vier bis fünf Jahren, die zu einem Anstieg des Goldpreises führte, sei sehr aussergewöhnlich gewesen, sagt Rücker. Die Finanzkrise, die Euro-Krise und neue Produkte in Form von physisch hinterlegten ETF hätten dazumals Gold wesentlich einfacher investierbar gemacht. Wenn man sich dies vor Augen halte, scheine es auch weniger erstaunlich, "dass die Goldpreise jetzt länger etwas tiefer bleiben werden".

(Mit Material von AWP)

Ob er mit einer ansteigenden Inflation rechnet und was den Goldpreis wieder etwas nach oben drücken könnte, sagt Norbert Rücker im Video-Interview.