Gold mit stärkstem Einbruch seit 93 Jahren

Der Goldpreis weitet am Mittwoch seine Verluste deutlich aus. Nun droht dem gelben Edelmetall die schlechteste Quartalsperformance seit 1920.
26.06.2013 11:38
Von Pascal Meisser
Die Feinunze Gold fällt am Mittwoch unter 1250 Dollar.
Die Feinunze Gold fällt am Mittwoch unter 1250 Dollar.
Bild: Bloomberg

Der Preis für eine Feinunze Gold fällt am Mittwochmorgen weiter und büsst über vier Prozent ein. Mit 1224 Dollar notiert Gold so tief wie letztmals im SEptember 2010. Auch Silber sackt deutlich ab. Der Preis für eine Feinunze des Schwestermetalls fällt über 55 Prozent und damit unter 19 Dollar. 

Mit diesem neuerlichen Rückgang von über 2 Prozent droht Gold nun eine fast historisch schlechte Quartalsbilanz. Das Minus von 22 Prozent zwischen April und Juni entspricht der schlechtesten Drei-Monats-Performance seit 1920. Seit Anfang Jahr hat der Goldpreis 25 Prozent eingebüsst, beim Silber summiert sich das Minus gar auf 37 Prozent.

Gute US-Daten belasten Edelmetalle

Anleger reagieren mit dem neuerlichen Ausverkauf ihrer Goldbestände auf die überraschend gut ausgefallenen US-Konjunkturdaten vom Vortag. Das Barometer für die Konsumlaune war im Juni überraschend stark geklettert, während Analysten mit einem Rückgang gerechnet hatten. Nun liegt dieser Stimmungsindikator erstmals wieder im unteren Normalbereich in Aufschwungphasen. 

Positive Daten kamen auch von der US-Industrie und vom Wohnungs- und Immobilienmarkt. Der Auftragseingang für langlebige Güter wuchs im Mai überraschend kräftig. Aber auch  der Eigenheimabsatz stieg im Mai stärker als erwartet - um 2,1 Prozent auf eine Jahresrate von 476'000. Das ist der höchste Wert seit Juli 2008. Auch die Immobilienpreise ziehen derzeit spürbar an.

Die positiven Zahlen vergrössern die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank ihre Geldspritzen, mit der sie die Konjunktur ankurbeln will, noch vor dem Jahresende verringert.

Analysten nehmen Prognosen zurück

Bereits Anfang der Woche hatte der Goldpreis deutlich nachgegeben. Für Druck sorgten die Sorge, dass die US-Notenbank ihre Anleihekäufe verringern könnte. Die lockere Geldpolitik der Fed gilt als inflationsfördernd, so dass ihre Rückführung Gold in seiner Rolle als Inflationsabsicherung beeinträchtigen dürfte. Auch die Stärke des Dollar lastete auf dem Edelmetall, das in der US- Währung gehandelt wird.

In der Folge haben verschiedene Analystenhäuser ihre Goldprognosen zum Teil erheblich gesenkt. Goldman Sachs nahm ihr Preisiel für das Jahresende von 1435 auf 1300 Dollar zurück und senkten die Prognose für 2014 von 1270 auf 1050 Dollar. Die Analysten von Morgan Stanley gehen für 2013 nun von 1409 Dollar aus, nachdem es zuvor noch 1487 Dollar gewesen waren. Im kommenden Jahr rechnen sie mit 1313 Dollar. Technische Analysten der UBS rechnen derzeit gar mit einem Fall des Goldes auf bis zu 1155 Dollar.