«Es gibt offensichtlich grössere Sorgen, dass die Unabhängigkeit der Fed unter Druck gerät», sagte Chefvolkswirt Jan Hatzius am Montag auf einer Konferenz in London. Die jüngsten Nachrichten über die strafrechtliche Untersuchung gegen Powell hätten diese Sorgen noch verstärkt. «Ich habe keinen Zweifel daran, dass er (Powell) in seiner verbleibenden Amtszeit als Vorsitzender seine Entscheidungen auf der Grundlage der Wirtschaftsdaten treffen und sich nicht in die eine oder andere Richtung beeinflussen lassen wird.»
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte zuvor den Druck auf die Fed erhöht. Sie droht Notenbankchef Powell mit einer Anklage wegen dessen Aussagen vor dem Kongress zu einem Renovierungsprojekt. Powell hatte dies als «Vorwand» bezeichnet, um mehr Einfluss auf die Zinspolitik zu gewinnen. Trump fordert seit langem drastische Zinssenkungen.
Der aus Deutschland stammende Hatzius ist selbst schon einmal ins Visier von Trump geraten. Auslöser war eine Studie der Analysten von Goldman Sachs um Hatzius, wonach die US-Verbraucher bis Juni 2025 rund 22 Prozent der Zollkosten getragen hätten. Dieser Anteil könne auf 67 Prozent steigen. Goldman-Chef David Solomon «sollte losziehen und sich einen neuen Ökonomen suchen», schrieb Trump im vergangenen August dazu.
(Reuters)

