Die Referenzpreise in Europa und Asien hätten die mit dem Iran verbundenen Risikoprämien kaum eingepreist, so die Analysten von Goldman Sachs Rund ein Fünftel des weltweiten Flüssigerdgases, hauptsächlich aus Katar, passiert diese Engstelle.

Ein einmonatiger Stopp könnte die europäischen Preise und den Spotpreis für asiatisches Flüssigerdgas um 130 Prozent auf 25 US-Dollar pro Million BTU (British Thermal Units) ansteigen lassen, hiess es weiter. «Eine hypothetische, länger andauernde Unterbrechung des Erdgastransports durch die Strasse von Hormus von mehr als zwei Monaten würde die europäischen Erdgaspreise wahrscheinlich auf über 35 Dollar /mmBtu treiben und einen noch stärkeren Einbruch der globalen Gasnachfrage auslösen», so die Analysten.

Die Auswirkungen auf US-Erdgas wären laut Goldman Sachs jedoch voraussichtlich begrenzt. Das Land ist ein grosser Nettoexporteur des tiefgekühlten Brennstoffs, während die Verflüssigungsanlagen in der Regel an ihrer Kapazitätsgrenze arbeiten, sodass ihnen kaum Spielraum für eine Steigerung der Lieferungen bleibt.

Nach den Angriffen der USA ​und ​Israels auf den ⁠Iran am Samstag sind die Lieferungen ​von Rohöl, Treibstoff ⁠und Flüssigerdgas (LNG) durch die Strasse von Hormus beeinträchtigt. Mehr ‌als 200 Schiffe, darunter Öl- und Flüssiggastanker, ankerten laut Schifffahrtsdaten vom Sonntag vor ‌der Meerenge.

Die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten gibt am Montag den Aktien europäischer Öl- und ‌Gaskonzerne Auftrieb. ⁠Ein entsprechender europäischer Energie-Index steigt um 3,5 Prozent auf ⁠ein neues Allzeithoch.

(Reuters)