Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Jahr trotz eines enttäuschenden Anleihehandels mit einem überraschend starken Gewinnsprung begonnen. Starke Zuwächse im Aktienhandel und Investmentbanking machten einen Rückgang im Handel mit festverzinslichen Papieren, Währungen und Rohstoffen mehr als wett.

Mit 5,4 Milliarden Dollar verdiente das Geldhaus im ersten Quartal 18 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. An der Börse wurde dies jedoch nicht goutiert. Im vorbörslichen US-Handel verlor die Goldman-Aktie mehr als vier Prozent.

Seit Beginn des Iran-Kriegs hatte das Papier zunächst spürbar, sich in den vergangenen Tagen aber wieder ein gutes Stück erholt. Nun liegt sein Kurs wieder in etwa auf dem Niveau vom Jahreswechsel. Die Aktie der grössten US-Bank JPMorgan geriet vor Börsenbeginn am Montag mit in den Abwärtssog.

Zwar übertraf Goldman Sachs mit Erträgen und Gewinn die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Im Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen hatten Experten jedoch deutlich mehr erwartet.

Ertragswachstum im Aktienhandel

So sanken die Erträge in diesem Segment um zehn Prozent auf gut vier Milliarden Dollar. Dies lag den Angaben zufolge vor allem am Anleihehandel. Im Aktienhandel legten die Erträge immerhin um mehr als ein Viertel auf 5,3 Milliarden Dollar zu.

Im Investmentbanking erzielte das Geldhaus sogar fast anderthalbmal so hohe Gebühreneinnahmen wie im Vorjahreszeitraum. Das Management begründete das vor allem mit hohen Entgelten für die Beratung, weil im ersten Quartal viele Fusionen und Übernahmen abgeschlossen worden seien.

In Summe wuchsen die Erträge der Bank um 14 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar und übertrafen damit klar die Erwartungen von Analysten.

Goldman Sachs ist die erste der grossen US-Banken, die diesmal ihre Quartalszahlen vorlegt. An diesem Dienstag folgen die grösste US-Bank JPMorgan Chase und die Citigroup, am Mittwoch sind Bank of America und Morgan Stanley an der Reihe.

(AWP)