An der Börse in London wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) bei 4.064 US-Dollar gehandelt und damit 56 Dollar höher als am Vortag. Zeitweise stieg die Notierung bis auf 4.084 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit einer Woche.

Nachdem steigende Ölpreise die Inflationserwartungen in den vergangenen Tagen nach oben getrieben hatten, was für Zinserhöhungen durch grosse Notenbanken wie die US-Notenbank Fed oder die Europäische Zentralbank (EZB) spricht, hat sich die Lage zuletzt geändert. Die Zinsspekulationen haben mit einem Rückgang der Ölpreise etwas nachgelassen. Die Finanzmärkte setzten trotz jüngster Militärschläge der USA gegen den Iran stärker auf eine Verhandlungslösung.

Zwar erfolgten bereits die zehnte Nacht in Folge Militärschläge der USA. Allerdings gibt es Medienberichte über Bemühungen für eine neue Waffenruhe. Katar, Ägypten, Pakistan und andere regionale Vermittler hätten den beiden Kriegsparteien einen Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe unterbreitet, erfuhr das US-Nachrichtenportal «Axios». Auch das «Wall Street Journal» berichtete über den Vorschlag.

Beim Handel mit Gold spielen Zinserwartungen eine wichtige Rolle. Wenn die Inflationserwartungen sinken und damit verbunden die Erwartungen an Zinserhöhungen, erhöht das in der Regel die Nachfrage nach dem Edelmetall, das keine Marktzinsen abwirft.

Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar ist der Goldpreis deutlich gefallen, weil steigende Zinsen die Nachfrage nach dem Edelmetall belastet hatte. Ende Juni ist der Goldpreis zeitweise unter 4.000 Dollar je Unze gefallen, nachdem der Preis im Januar noch ein Rekordhoch bei knapp 5.600 Dollar erreicht hatte.

(AWP)