Der Internet-Konzern Google hat vor dem höchsten europäischen Gericht gefordert, die Berufung ‌der ⁠EU-Kommission abzuschmettern. Die Argumente der Kommission seien ⁠fehlerhaft, sagte ein Anwalt des US-Suchmaschinenbetreibers am Mittwoch vor ‌den Richtern in Luxemburg. Im Kern ‌geht es um ​eine bereits gekippte Wettbewerbsstrafe in Höhe von 1,49 Milliarden Euro gegen die Tochter des Alphabet-Konzerns. Die EU-Wettbewerbshüter waren in Berufung gegangen, nachdem ein untergeordnetes EU-Gericht ‌die ursprünglich 2019 verhängte Strafe im Jahr 2024 für nichtig erklärt hatte.

Die Kommission wirft Google ​vor, mit seinem Werbedienst «AdSense» seine ​Marktmacht missbraucht zu haben. ​Durch restriktive Klauseln in Verträgen mit Webseiten-Betreibern seien Konkurrenten zwischen ‌2006 und 2016 daran gehindert worden, dort ebenfalls Such-Anzeigen zu platzieren. Die AdSense-Strafe ist eine von ​vier ​EU-Kartellstrafen, die Google ⁠in den vergangenen Jahren insgesamt 9,5 ​Milliarden Euro gekostet ⁠haben. Ein Gutachter des Gerichts soll am ‌12. November eine unverbindliche Empfehlung abgeben. Ein endgültiges Urteil wird in den ‌folgenden Monaten erwartet.

(Reuters)