Grossbank reduziert wieder - Kurzes Gastspiel der UBS bei Meyer Burger

Wenige Wochen nach dem Einstieg bei Meyer Burger reduziert die UBS ihren Anteil deutlich. Zeitweise war die Grossbank die mit Abstand grösste Einzelaktionärin des Solarzulieferers.
14.03.2018 08:44
Von Lorenz Burkhalter
Schriftzug am Hauptsitz von Meyer Burger.
Schriftzug am Hauptsitz von Meyer Burger.
Bild: ZVG

Am frühen Morgen des 6. März informierte die Schweizer Börse SIX über den Einstieg der UBS bei Meyer Burger. Mit 9,34 Prozent sei die Schweizer Grossbank beim Solarzulieferunternehmen aus dem bernischen Gwatt eingestiegen, so war der Webseite der Börsenbetreiberin zu entnehmen (cash berichtete).

Prompt schoss die Aktie von Meyer Burger an diesem Tag gleich zu Handelsbeginn um 6,5 Prozent auf 1,66 Franken hoch. In den darauffolgenden Tagen zog sie in der Spitze dann sogar bis auf 1,74 Franken weiter.

Doch die "Freude" sollte nicht lange halten: So überraschend die UBS beim Solarzulieferunternehmen einstieg, so schnell hat sie dieses Engagement deutlich reduziert. Die Beteiligung fällt nun wieder unter 3 Prozent, wie einer Mitteilung der SIX zu entnehmen ist. Wahrscheinlich hat sich die UBS gar ganz verabschiedet.

Interessant ist, dass das Gastspiel bei Meyer Burger just an dem Tag wieder zurückging, an dem die Öffentlichkeit überhaupt erst über die Beteiligungsnahme informiert wurde. Zu diesem Zeitpunkt war das Aktienpaket rund 100 Millionen Franken wert.

Beteiligungsnahme bietet Raum für Spekulationen

Zwischen dem 23. Februar und 6. März wechselten an der Schweizer Börse SIX gesamthaft 57,5 Millionen Titel die Hand. Dass sich die UBS in diesem Zeitfenster über den offenen Markt von den gut 51 Millionen Aktien trennte, scheint deshalb nicht völlig abwegig.

Kursentwicklung der Meyer-Burger-Aktie über die letzten Wochen (Quelle: www.cash.ch)

Über die Hintergründe der Beteiligungsnahme lässt sich bloss spekulieren. Fakt ist: Die Grossbank dürfte kaum auf eigene Rechnung agiert haben. Entweder hat sie die Titel von einem oder mehreren Investoren übernommen, um sie zu Verkaufen oder in kleineren Tranchen zu platzieren. Oder aber, sie hat im Auftrag eines Kunden ein Aktienpaket geschnürt.

HSBC macht vor, wie es geht

Wäre letzteres der Fall, müsste sich der neue Grossaktionär in Kürze zu erkennen geben. Dass der Kurs der Meyer-Burger-Aktie zwischen dem 23. Februar und dem 6. März rund 5 Prozent verlor, spricht allerdings eher für den ersteren Fall. Möglich ist auch, dass die Transaktion im Zusammenhang mit der Aktion rund um die vorzeitige Wandlung der Wandelanleihe steht.

Vor der UBS versuchte sich wenige Monate zuvor schon die HSBC an Meyer Burger. Die britische Grossbank stieg am 27. September 2017 mit 3,15 Prozent ein und am 22. Januar wieder aus. Wies das Aktienpaket zum Zeitpunkt des Einstiegs einen Verkehrswert von 22,5 Millionen Franken auf, so dürfte die HSBC beim Verkauf mehr als 35 Millionen Franken gelöst haben. Die Grossbank selbst betont, im Auftrag eines Kunden gehandelt zu haben.

Die Aktionäre von Meyer Burger müssen sich noch bis zum 22. März in Geduld üben. An diesem Tag wird der Solarzulieferer endlich über die Umsatz- und Gewinnentwicklung im Geschäftsjahr 2017 berichten. Nachdem das Unternehmen in den letzten Monaten mehrere strategische Grossaufträge vermelden konnte, sind die Erwartungen hoch.