Bei einer Auktion am ⁠Donnerstag lag die durchschnittliche Rendite für eine 30-jährige Referenzanleihe bei 5,517 ‌Prozent. Dies ist der höchste Wert ‌für eine solche Anleihe ​seit Mai 1998. Die für das Schuldenmanagement zuständige Behörde verkaufte Papiere im Wert von 300 Millionen Pfund. Die Nachfrage entsprach mit dem 3,84-fachen des angebotenen Volumens nach ‌Angaben der Behörde dem Durchschnitt der vergangenen zwölf Monate.

Britische Staatsanleihen, auch Gilts genannt, sind stärker unter Druck geraten ​als die Papiere anderer grosser Volkswirtschaften. Dies ​liegt an der hohen ​Abhängigkeit Grossbritanniens von importiertem Erdgas und einer hartnäckig hohen Inflation. Zunächst konzentrierte ‌sich der Ausverkauf auf kurzlaufende Anleihen, da die Anleger auf Zinserhöhungen der Bank of England setzten. Zunehmend belasten ​jedoch ​Sorgen über eine kostspielige ⁠staatliche Reaktion auf die hohen Energiepreise ​auch die langlaufenden ⁠Anleihen. Die höheren Zinskosten wiederum schränken den Spielraum ‌der britischen Finanzministerin Rachel Reeves ein.

Die Rendite der 30-jährigen Anleihe ist allein im März um bislang ‌0,50 Prozentpunkte gestiegen. Dies ist ​der grösste monatliche Anstieg seit Dezember 2022. 

(Reuters)