Der Hersteller von Spezialkunststoffen hat in den ersten neun Monaten 2026 zwar deutlich mehr umgesetzt und damit die Analysten-Erwartungen übertroffen. Die Gurit-Aktie hat sich aber im bisherigen Jahresverlauf schon vervielfacht.

Um 10.00 Uhr verlieren Gurit bei hohen Volumen 6,6 Prozent auf 47,80 Franken (SPI -0,5 Prozent), das bisherige Tagestief lag mit 46,20 Franken gar noch einiges tiefer. Allerdings ist die Gurit-Aktie nach einer langjährigen Durststrecke der absolute Highflyer an der Schweizer Börse SIX im laufenden Jahr. Im Jahres-Top vor rund einem Monat bei 61,00 Franken hatte sich das Papier gegenüber Ende 2025 mehr als verfünffacht. Händler sprechen denn auch von möglichen Gewinnmitnahmen nach den heutigen Zahlen.

In Analystenkreisen werden die Zahlen trotz übertroffener Erwartungen nicht durchs Band gelobt. UBS stört sich etwas am Ausblick. Laut dem zuständigen Analysten impliziert der Mittelwert der Umsatzprognose einen organischen Rückgang von 1 bis 2 Prozent im Schlussquartal. Er erwartet auch kaum Anpassungen der Gewinnschätzungen, zumal das starke dritte Quartal teilweise von möglicherweise einmaligen Effekten begünstigt worden sei.

Positiver sieht man es bei Octavian. Erfreulich sei etwa, dass sämtliche Geschäftsbereiche eine positive Umsatzdynamik aufwiesen. Dies stütze die bestätigte Jahresprognose zu Umsatz und EBIT-Marge. Besonders bemerkenswert sei auch, dass Gurit den Wegfall des Carbonfaser-Geschäfts inzwischen nahezu vollständig kompensiert habe. Trotz des Wegfalls von rund 25 Millionen Franken Umsatz liege der Konzernumsatz nach neun Monaten praktisch auf Vorjahresniveau.

Bereits ein gegenüber dem dritten Quartal stabiler Umsatz im Schlussquartal würde somit ausreichen, um auch auf ausgewiesener Basis wieder ein Jahreswachstum zu erreichen. Insgesamt sieht der Octavian-Analyst die operative Trendwende denn auch bestätigt. Positiv hebt er insbesondere den höheren Umsatzanteil der Bereiche Tooling und Marine hervor, der sich günstig auf die Profitabilität auswirken könnte.

(AWP)