Die Aktien von Landis+Gyr steigen am Montag im frühen Handel knapp 3,5 Prozent auf 47,25 Franken. Das Unternehmen startet nun das schon in der Vorwoche angekündigte Aktienstützkaufprogramm im Umfang von bis zu 50 Millionen Franken. Der Stromzählerspezialist will vom 4. bis 18. August bis zu einer Million Aktien zu je maximal 50 Franken zurückkaufen.

Seit der erstmaligen Ankündigung des Programms kletterten die Landis+Gyr-Titel um rund 12 Prozent. Allerdings geht dem ein grösserer Kurseinbruch voraus: In etwa zwei Jahren hat sich der Aktienkurs nahezu halbiert.

Der Zeitpunkt könnte sich dennoch als günstig erweisen. Viele Unternehmen starten Aktienrückkäufe auf Höchstständen. Dass Landis+Gyr den gegenteiligen Weg wählt, dürfte den Gewinn pro Aktie überdurchschnittlich ankurbeln. Je mehr Aktien das Unternehmen zurückkauft und vernichtet, desto höher kommt der Gewinn je Anteil zu liegen.

Gleichzeitig will die Stromzählerspezialistin mit der aktuellen Restrukturierung mit Fokus auf den US-Markt die Profitabilität steigern. Schliesslich steuerte diese Region 80 Prozent zum operativen Konzernergebnis bei. Im Frühling verkaufte Landis+Gyr deshalb das Geschäft in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) für 215 Millionen Dollar an den Private-Equity-Investor Aurelius.

Operativ rechnen Experten deshalb bis 2029 mit einem Umsatzwachstum von knapp 20 Prozent. Das Wachstum des Gewinns pro Aktie wird auf 26 Prozent geschätzt. Dennoch wird das Unternehmen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15,5x etwas unter dem langjährigen Durchschnitt von 17,1x bewertet.

Analystinnen und Analysten beurteilen den strategischen Wandel insgesamt positiv. Vor einem Jahr rieten drei von sechs Analysten zum Kauf. Heute raten drei von fünf Analysten zum Kauf. Die damals einzige Verkaufsempfehlung ist vom Tisch, seit Mitte Juli gab es nur Hochstufungen. Das durchschnittliche Kursziel für die kommenden zwölf Monate wird derweil rund 33 Prozent höher bei 63,67 Franken gesehen.

(cash)