Die Aktien der VAT Group geraten nach der Zahlenveröffentlichung am Dienstagmorgen unter Druck und kommen damit von ihrem Rekordstand der Vorwoche zurück. Kurz nach Handelsbeginn notieren die Valoren 3,46 Prozent im Minus bei 518,60 Franken. Der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index verliert derweil 1,51 Prozent auf 18'739,7 Punkte – die Kursschwäche ist also nicht nur auf VAT zurückzuführen.
Dabei hatten die Jahresergebnisse durchaus positive Signale geliefert: Im Geschäftsjahr 2025 steigerte VAT den Reingewinn um 1,2 Prozent auf 214,3 Millionen Franken. Das EBITDA legte um 9,5 Prozent auf 321,6 Millionen Franken zu, die entsprechende Marge ging allerdings leicht um 1,2 Prozentpunkte auf 30,2 Prozent zurück, belastet durch den starken Franken. Positiv überraschte hingegen die Dividende. Der Verwaltungsrat erhöht sie deutlich auf 7,00 Franken je Aktie nach 6,25 Franken im Vorjahr. Für das laufende Jahr erwartet das Management Wachstum bei Auftragseingang, Umsatz, EBITDA und Reingewinn, angetrieben primär durch den KI-getriebenen Ausbau von sogenannten Leading-Edge-Fertigungskapazitäten im Halbleiterbereich.
Entsprechend fällt die Reaktion der Analysten mehrheitlich positiv aus. Die Bank Vontobel etwa hebt hervor, dass der beispiellose Ausbau der KI-Rechenzentrumskapazitäten für eine starke Nachfrage nach Halbleiterprozessoren und Speicherchips sorge. Das knappe Angebot und steigende Chippreise trieben zudem den Ausbau der Chipproduktionskapazitäten voran, während sich Chiparchitekturen und Gerätegeometrien kontinuierlich verbesserten und damit zusätzlichen Bedarf an neuen Produktionswerkzeugen schüfen, wovon VAT direkt profitieren dürfte. Analyst Michael Foeth bestätigt daher sein «Buy»-Rating mit einem Kursziel von 580 Franken, was ein Aufwärtspotenzial von rund 12 Prozent zum aktuellen impliziert.
Etwas zurückhaltender zeigt sich die Zürcher Kantonalbank, die die Aktie mit «Marktgewichten» und einem Kursziel von 537,20 Franken einstuft. Grosse Überraschungen hätten die Zahlen keine gebracht, besonders eindrücklich sei aber das Wachstum und die EBITDA-Marge bei Global Services gewesen, was die Resultate deutlich nach oben gedrückt habe, so der zuständige Analyst im Marktkommentar. Weiter blickt die ZKB auf ein positives 2026 für VAT. Die Umsatz-Guidance für das erste Quartal 2026 liege zwar leicht unter den Erwartungen, was jedoch dem Chinesischen Neujahr und dem schwachen Dollar geschuldet sei. Entscheidend sei vielmehr die Book-to-Bill-Guidance von signifikant über 1x, die den Aufwärtstrend klar bestätige.
Trotz des positiven Analystenechos bleibt das Gesamtbild gemischt: Gemäss Bloomberg-Daten empfehlen zwar acht Analysten die Aktie zum Kauf, zehn aber zum Halten und zwei zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 448,12 Franken und damit deutlich unter dem aktuellen Kurs.
Dennoch: Mit einem Plus von fast 40 Prozent seit Jahresbeginn und rund 55 Prozent auf Jahressicht gehört VAT weiterhin zu den starken Performern im Schweizer Markt.
(cash/AWP)
