Aufgrund der geopolitischen Spannungen rund um Grönland könnte zwischen den USA und der EU ein Handelskonflikt eskalieren. Vor wenigen Tagen drohte US-Präsident Donald Trump Strafzölle von zehn Prozent auf Waren aus acht europäischen Staaten an, die jüngst Soldaten als Zeichen der Solidarität mit Dänemark zu einer Erkundungsmission nach Grönland geschickt hatten.

Mehrere europäische Staaten sowie die Spitzen der EU wiesen die Drohungen aus Washington zurück. Der Präsident des Europäischen Rats hat nun für Donnerstagabend ein Sondergipfeltreffen der 27 Staats- und Regierungschefs in Brüssel einberufen.

Schweiz ist bereit für Verhandlungen mit den USA

Die Schweiz ist von Trumps Drohungen nicht betroffen, könnte aber bei einem Wirtschaftskonflikt Kollateralschäden erleiden. Die Schweizer Regierung hielt sich bis anhin mit Äusserungen zu den transatlantischen Spannungen zurück.

Das Ziel von Wirtschaftsminister Parmelin dürfte sein, die Verhandlungen mit den USA für ein Handelsabkommen voranzubringen. Im November einigten sich Bern und Washington auf eine Absichtserklärung, welche unter anderem die Senkung der US-Zölle auf Schweizer Waren von 39 auf 15 Prozent vorsieht.

Die Erklärung ist rechtlich unverbindlich. Deshalb soll bis am 31. März ein entsprechendes Abkommen ausgehandelt werden. Der Bundesrat verabschiedete vergangene Woche hierzu sein Verhandlungsmandat.

Der US-Finanzminister Scott Bessent sprach am Montag bei seiner Ankunft in Davos davon, dass sich die Beziehungen zwischen der Schweiz und den USA nach einer turbulenten Zeit «auf einem sehr guten Weg» befänden. Bessent ist zusammen mit Howard Lutnick und Jamieson Greer, Handelsminister respektive Handelsbeauftragter, die ebenfalls anwesend sind, eine Schlüsselperson in den Verhandlungen.

(AWP)