In der Hafenstadt Sewastopol seien für Montag alle öffentlichen Open-Air-Veranstaltungen abgesagt worden, teilt Stadtgouverneur Michail Raswoschajew auf Telegram mit. Es werde auch keine Strassenbeleuchtung geben.
Raswoschajew ruft die Bevölkerung zum Stromsparen auf. Zuvor hatten ukrainische Drohnenangriffe auf Versorgungswege und Energieanlagen zu einem Treibstoffmangel in der bei russischen Touristen beliebten Urlaubsregion geführt.
Die von Russland eingesetzten Behörden auf der besetzten Krim haben den Kraftstoffverkauf zudem an Tankstellen ausgesetzt und die Versorgung auf staatliche Dienste beschränkt. Ab 9 Uhr Ortszeit am Sonntag werde Kraftstoff nur noch für Dienste bereitgestellt, die für das Funktionieren und die Sicherheit der Krim entscheidend seien, erklärte Sergej Aksjonow, der von Moskau eingesetzte Leiter der Halbinsel, auf Telegram. Zuvor hatte er mitgeteilt, dass bei einem ukrainischen Angriff in der Nacht mindestens vier Menschen getötet wurden.
Die Ukraine hat ihre Angriffe auf Verkehrsverbindungen zur Krim und auf die russische Ölinfrastruktur verstärkt. Allein die Raffinerie in Moskau wurde in der vergangenen Woche zweimal getroffen. Die Verwaltung auf der Krim hatte den Benzinverkauf an Tankstellen bereits eingeschränkt. Die russischen Behörden versuchten, Autofahrer zu beruhigen und die Lage als unter Kontrolle darzustellen.
Die russische Luftabwehr hat derweil am frühen Montagmorgen nach eigenen Angaben Dutzende Drohnen über Moskau abgeschossen. Insgesamt seien fast 60 auf die Hauptstadt zusteuernde Drohnen abgefangen worden, teilt Bürgermeister Sergej Sobjanin über den Kurznachrichtendienst Telegram mit.
Rettungskräfte seien zu den Absturzstellen entsandt worden. Der Flugverkehr an den Hauptstadtflughäfen Scheremetjewo, Domodedowo und Wnukowo sowie im nahegelegenen Schukowski sei vorübergehend eingestellt worden, erklärt die Luftfahrtbehörde.
Bei einem russischen Raketenangriff auf die südukrainische Region Odessa wurden nach Angaben des örtlichen Gouverneurs zudem ein Mensch getötet und drei weitere verletzt. Russland habe eine ballistische Rakete vom Typ Iskander auf einen landwirtschaftlichen Betrieb abgefeuert, teilt Gouverneur Oleh Kiper auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Dabei seien Fahrzeuge und Treibstofftanks in Brand geraten.
(Reuters/Bloomberg)

