Halbjahresbilanz - Partners Group mit weniger Gewinn - Markterwartungen aber übertroffen

Der Vermögensverwalter Partners Group hat im ersten Halbjahr wegen der Coronakrise weniger Umsatz gemacht und weniger verdient.
08.09.2020 07:22
Partners Group in Baar.
Partners Group in Baar.
Bild: cash

Besonders die erfolgsabhängigen Einnahmen sind eingebrochen, weil es zu Verzögerungen bei den Transaktionen gekommen ist. Die Erträge gingen in der ersten Jahreshälfte 2020 um 9 Prozent auf 623 Millionen Franken zurück im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Management-Gebühren machten dabei 567 Millionen (+3%) aus und die performanceabhängigen Gebühren 56 Millionen (-57%).

Die "Performance Fees" seien im Zusammenhang mit der Entscheidung gesunken, Verkäufe gewisser Portfolioanlagen aufgrund des schwachen Veräusserungsmarktes zu verschieben, teilte Partners Group am Dienstag mit. Das ist keine Überraschung. Wegen der Coronakrise hatten sich Verkäufe von Beteiligungen - also dem für ein Private-Equity-Haus typischen strategisch geplanten Ausstieg mit Gewinn - verzögert, wie das Management bereits in Aussicht gestellt hatte.

Der Betriebsgewinn EBIT sank mehr oder weniger entsprechend der Einnahmen um 10 Prozent auf 390 Millionen. Unter dem Strich fiel der Reingewinn mit 313 Millionen um gut ein Fünftel (-21%) tiefer aus.

Damit wurden die Markterwartungen übertroffen: Von AWP befragte Analysten hatten im Durchschnitt Erträge in der Höhe von 605 Millionen Franken erwartet. Der EBIT war auf 368 Millionen und der Reingewinn auf 289 Millionen geschätzt worden.

Bereits bekannt war, dass die verwalteten Vermögen im ersten Semester deutlich weniger stark gewachsen sind als üblich. Daran orientieren sich die Management-Einnahmen. Per Ende Juni verwaltete die Gesellschaft Vermögen in der Höhe von 96,3 Milliarden US-Dollar - rund 2 Prozent mehr als Ende 2019.

Mit Blick in die Zukunft bestätigte Partners Group derweil die Prognose für das Gesamtjahr von Mitte Juli: Für das laufende Jahr rechnet der Asset Manager mit Kapitalzusagen von 12 bis 15 Milliarden Dollar. Mit einer "mehrheitlichen Stabilisierung der Veräusserungsmärkte" könne zudem der geplante Verkaufsprozess einiger Anlagen wieder aufgenommen werden. Es bestünden jedoch noch Unsicherheiten über den Zeitpunkt grösserer Transaktionen, welche noch in dieses, aber auch erst in das nächste Berichtsjahr fallen könnten, hiess es. Infolgedessen geht Partners Group davon aus, dass die performanceabhängigen Einnahmen im Gesamtjahr 5 bis 15 Prozent der Gesamteinnahmen ausmachen werden.

ys/rw

(AWP)

 
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