Mobilezone dürfte im ersten Halbjahr in Deutschland weiterhin im Gegenwind gestanden haben: Der Wettbewerb im Onlinegeschäft ist durch die aggressive Preisschlacht der Konkurrenten härter geworden, während die Konsumentenstimmung auf tiefem Niveau ist. Zudem hat sich der Euro abgeschwächt. Dagegen dürfte das Geschäft in der Schweiz robust geblieben sein und zugelegt haben. Der Preiskampf im Telekommarkt hat zuletzt etwas nachgelassen. Dies wird einen Teil des Rückgangs in Deutschland kompensieren. Interessant wird sein, ob das Management an den Zielen für das Jahr 2023 festhält.
Mobilezone peilt für 2023 einen EBIT zwischen 70 und 77 Millionen Franken an. Die EBIT-Marge von 7,0 Prozent im Geschäftsjahr 2022 soll in den nächsten Jahren steigen. Werden die finanziellen Ziele 2023 erreicht, will Mobilezone die Dividende weiter erhöhen. Eine EBIT-Marge von 8 Prozent sei möglich, hatte Konzernchef Markus Bernhard im März bei der Vorlage der Jahreszahlen 2022 gesagt. Er könne aber nicht sagen, wann diese erreicht werde.
Bei den Investitionen erwartet das Unternehmen im Jahr 2023 eine Abnahme von 17,5 Millionen auf 13,0 Millionen Franken, da die Umbauten der Shops in der Schweiz 2022 abgeschlossen wurden und die Neuentwicklung der Online- Plattformen in Deutschland im 1. Halbjahr 2023 in Betrieb genommen wurde. Auch in den Jahren 2024 bis 2026 will Mobilezone je 13 Millionen Franken pro Jahr investieren.
Einkaufstour in Deutschland
Mobilezone hat per Ende Juni acht lokale Reparaturstandorte geschlossen, weil die Bedeutung der Vor-Ort-Reparaturen in den letzten Jahren konstant an Bedeutung verloren hat. Das Unternehmen will künftig vorwiegend nur noch in der Zentrale in Rotkreuz Handys reparieren.
Im Mai hat sich Mobilezone einen Auftrag vom Kantonsspital Baselland gesichert. Er wird die Mitarbeiter mit iPhones und passendem Zubehör versorgen. Das Auftragsvolumen beträgt rund 1,2 Millionen Franken.
Im April hat Mobilezone seine Einkaufstour mit der Übernahme des Netzbetreibergeschäfts der ENO Telecom GmbH in Deutschland fortgesetzt. Mobilezone hat damit die Marktposition im Firmenkundengeschäft gestärkt. Finanzielle Details zur Transaktion wurden keine genannt.
Anfang April haben die Aktionäre von Mobilezone an der Generalversammlung den Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2022 abgelehnt. Allerdings handelte es sich um eine nicht bindende Konsultativabstimmung. Ansonsten folgten die Mobilezone-Aktionäre der Linie des Verwaltungsrates und nahmen alle übrigen Anträge an.
Die Aktien von Mobilezone haben seit Anfang Jahr rund 10 Prozent nachgegeben. Damit schneiden sie deutlich schlechter ab als der Gesamtmarkt (SPI), der rund 6 Prozent hinzugewonnen hat.
(AWP/cash)
