Extrakosten von 40 bis 50 Millionen US-Dollar ‌pro ⁠Woche seien nicht über einen sehr langen Zeitraum tragbar, sagte ⁠Konzernchef Rolf Habben Jansen am Donnerstag auf einer Online-Pressekonferenz. «Die Kosten sind eine grosse ‌Herausforderung für uns.» Derzeit gehe das Unternehmen aber ‌davon aus, dass die ​zusätzlichen Ausgaben im Jahresverlauf wieder ausgeglichen werden könnten.

Deshalb halte Hapag-Lloyd trotz des schwierigen Jahresstarts an seiner Prognose für 2026 fest. Die langfristigen Auswirkungen des Iran-Kriegs seien jedoch noch nicht absehbar. Dauert er ‌länger, könnte dies auch die Nachfrage beeinträchtigen.

Derzeit sitzen sechs Schiffe der Reederei mit 150 Mitarbeitern an Bord im Persischen Golf fest. Die ​vorgelagerte Strasse von Hormus ist wegen der Gefahr ​iranischer Angriffe nicht passierbar. Die Seeleute ​seien ausreichend mit Lebensmitteln und Wasser versorgt, sagte Habben Jansen. Es werde alles ‌versucht, um die Schiffe aus dem Gebiet herauszubekommen. Auf die Frage, ob das Hamburger Unternehmen auch mit der iranischen Führung spreche, bekräftigte ​Habben Jansen, ​dass jede Gelegenheit genutzt werde. ⁠Ähnlich antwortete er auf die Frage, ​ob Hapag-Lloyd auch bereit ⁠sei, eine «Gebühr» möglicherweise in Millionenhöhe für eine einzige sichere Durchfahrt ‌zu zahlen. Direkt antwortete er nicht.

Die weltweit fünftgrösste Reederei schliesst für das Gesamtjahr 2026 operativ ein deutliches Minus ‌nicht aus. Habben Jansen betonte, es werde verstärkt gespart. ​Auch die Kooperation mit der dänischen Grossreederei Maersk verspreche Synergien.

(Reuters)