Der dänische Branchenriese ‌Maersk teilte am ⁠Freitag mit, betroffen seien der Dienst FM1 zwischen Fernost und dem Nahen ⁠Osten sowie die Route ME11, die den Nahen Osten mit Europa verbinde. «Diese Entscheidung wurde als Vorsichtsmassnahme getroffen, ‌um die Sicherheit unseres Personals und unserer Schiffe zu ‌gewährleisten», hiess es in einer Kundenmitteilung. Man ​wolle zudem die Betriebsstörungen im gesamten Netzwerk minimieren. Die Entscheidung der zweitgrössten Containerreederei weltweit betrifft auch den Allianzpartner Hapag-Lloyd, der seine Dienste auf einigen Strecken gemeinsam mit Maersk anbietet.

So hatte Hapag-Lloyd auch die nun gestoppten Maersk-Verbindungen im Programm, wie ein Firmensprecher ‌sagte. Der deutsche Branchenprimus, weltweit die Nummer fünf, verwies ebenfalls auf die Sicherheitslage und informierte die eigene Kundschaft, dass bestimmte Feeder-, also Zubringer-Dienste, in der Golfregion bis auf Weiteres ​gestoppt würden. Zugleich kündigte Hapag-Lloyd eine neue Verbindung zwischen dem chinesischen ​Tianjin und Dschidda in Saudi-Arabien an, die ​den Umweg über die Südspitze Afrikas nehmen soll.

Hapag-Lloyd hatte bereits zuvor Fahrten durch die Strasse von Hormus ‌gestoppt und die Kunden für verschiedene Verbindungen in Nahost auf Umleitungen, Fahrplanänderungen und Verzögerungen vorbereitet. Monatelang hatten Grossreedereien bereits das dem Suezkanal vorgelagerte Rote Meer gemieden, weil Huthi-Rebellen aus ​dem ​Jemen dort Schiffe angegriffen hatten. Zwischenzeitlich schien ⁠eine Rückkehr auf die kürzere Suezkanal-Route möglich. Doch ​die Spannungen im Nahen ⁠Osten haben sich zuletzt drastisch verschärft, nachdem die USA und Israel am vergangenen ‌Samstag ihre schwersten Angriffe auf den Iran seit Jahrzehnten gestartet hatten.

Die Krise hat massive Auswirkungen auf die internationale Schifffahrt. Nach Angaben des Frachtanalyseunternehmens ‌Xeneta suchen derzeit 147 Containerschiffe im Golf Schutz. Dies führe zu ​Hafenüberlastungen und steigenden Frachtraten, die sich auf die weltweiten Lieferketten von Asien bis Europa auswirkten. 

(Reuters)