«In 100 Jahren wird Grönland zu den USA gehören», sagt Kenneth Rogoff im Interview mit der «Zeit». Wenn die USA die zu Dänemark gehörende Insel haben wollten, dann werde Europa es nicht schaffen, es hundert Jahre lang bei sich zu behalten.
«Die Welt verändert sich, und damit auch Landesgrenzen.» Rogoff betont, dass er den Besitzanspruch von US-Präsident Donald Trump nicht unterstütze, weil dies gegen internationales Recht verstosse.
Der Ökonom empfiehlt der EU, auf Trumps jüngste Zolldrohungen gezielt und auf Augenhöhe zu reagieren. «Europas Antwort muss nicht allumfassend sein, sondern smart. Es muss Amerika da treffen, wo es verletzlich ist.» Das könnten etwa Handelsbeschränkungen für Maschinen oder Zulieferteile für Halbleiter sein. Deutschland sei ausserdem führend bei der Herstellung von Industrieklebern, die in fast allen Produkten vorhanden seien. «Come on, es wird doch nicht so schwer sein, etwas zu finden, auf das die US-Industrie wirklich nicht verzichten kann», sagt Rogoff.
(Reuters)
