Herunterstufung - Logitech: Nichts weiter als ein «Sturm im Wasserglas»

Mit der Logitech-Aktie liess sich im letzten Jahr viel Geld verdienen. Die J.P. Morgan empfiehlt die Aktie deshalb nicht länger zum Kauf. Triftige Gründe nennt die US-Investmentbank aber nicht.
14.01.2020 09:28
Von Lorenz Burkhalter
Ein Besucher der Spiele-Entwickler-Messe in San Francisco probiert einen Logitech-Game-Controller aus.
Ein Besucher der Spiele-Entwickler-Messe in San Francisco probiert einen Logitech-Game-Controller aus.
Bild: Bloomberg

Wenn eine mächtige US-Investmentbank eine Aktie herunterstuft, dann sind ihr Kursverluste so gut wie sicher. So überrascht es nicht, dass jene von Logitech am Dienstagmorgen nach einem frühen Rücksetzer auf 45,63 Franken zur Stunde noch mit einem Minus von 1,3 Prozent auf 45,74 Franken abgestraft werden. Denn J.P. Morgan senkt ihr Anlageurteil von "Overweight" auf "Neutral", nachdem die in New York gehandelte Aktie des Lausanner Peripheriegeräteherstellers das 48 Dollar lautende Kursziel erreicht hat.

Logitech weise mittlerweile sowohl gegenüber dem Durchschnitt vergangener Tage als auch gegenüber vergleichbaren Branchenvertretern einen Bewertungsaufschlag auf, so schreibt die US-Investmentbank. Andere triftige Gründe für die Herunterstufung sucht man hingegen vergeblich.

Ganz im Gegenteil: J.P. Morgan rechnet saisonal bedingt mit einem starken Weihnachtsquartal, nicht zuletzt auch dank der zunehmenden Bedeutung der beiden Wachstumskategorien Video Collaboration und Gaming. Ausserdem räumt die US-Investmentbank ein, dass der Januar für die Logitech-Aktie für gewöhnlich zu den stärksten Monaten des ganzen Jahres zählt.

Solides Weihnachtsgeschäft erwartet

Alleine schon deshalb bezeichnen Beobachter die Herunterstufung als "Sturm im Wasserglas". Sie sind zuversichtlich, dass diese nur kurz auf die Kursentwicklung drückt.

Die Stunde der Wahrheit naht am 20. Januar. An diesem Tag veröffentlicht Logitech den Zahlenkranz für das Weihnachtsquartal. Selbst J.P. Morgan schliesst für dann eine weitere Erhöhung der Jahresvorgaben nicht kategorisch aus. Die US-Investmentbank geht für das zurückliegende Quartal von einem operativen Gewinn von 142 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 897 Millionen Dollar aus. Das deckt sich in etwa mit den durchschnittlichen Schätzungen anderer Banken.

Viele andere Banken empfehlen die Aktie allerdings weiterhin zum Kauf. Erhebungen der Nachrichtenagentur AWP zufolge stufen sie seit Mitte Dezember immerhin noch sieben von neun Banken mit "Buy" ein. Damals stellte die UBS ihre Kaufempfehlung ein (cash berichtete). Das höchste Kursziel hat mit 55 Franken Research Partners ausstehend.

Mit einem Kursplus fast 50 Prozent zählte die Logitech-Aktie 2019 zu den Gewinnern unter den 30 Blue Chips aus dem Swiss Leaders Index (SLI). Zuletzt trennten sie keine 3 Franken mehr vom bisherigen Rekordhoch vom August 2018 bei 48,80 Franken.

 

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