Nachdem die Umwandlungssätze in den vergangenen Jahren gesunken sind, zeichnet sich für die Zukunft eine gewisse Schranke nach unten ab, wie aus am Mittwoch vorgestellten Daten des Beratungsunternehmens Complementa hervorgeht. Gemäss der Studie beträgt der Umwandlungssatz der Schweizer Pensionskassen für 2026 im Schnitt 5,19 Prozent. 100'000 Franken Altersguthaben resultieren demnach in einer Rente aus der zweiten Säule von 5190 Franken pro Jahr.

2016 lag der Satz noch bei 6,13 Prozent und ist seither sukzessive gefallen. Doch nun zeichnet sich offenbar eine Stabilisierung ab. Bis 2031 soll der durchschnittliche Umwandlungssatz nicht unter 5,11 Prozent sinken. Das ergab die aktuelle Auswertung der Angaben von rund 460 Vorsorgeeinrichtungen durch Complementa.

Die Pensionskassen hätten vor einigen Jahren aufgrund der demografischen Entwicklungen und des gesunkenen Zinsniveaus eine schrittweise Absenkung der Umwandlungssätze beschlossen, erklärt Co-Studienleiter Oliver Gmünder im Gespräch mit cash.ch. «Die damals eingeschlagenen Absenkungspfade sind nun zu Ende und werden nicht weiter verlängert. Deshalb gehen auch die Umwandlungssätze nicht mehr weiter zurück.»

Der Befund ist positiv für die Versicherten, da aufgrund der nach unten gefestigten Umwandlungssätze die Renten kaum mehr weiter sinken dürften. Er wirft jedoch die Frage auf, ob die Pensionskassen die demografische Entwicklung unterschätzen und deshalb höhere Umwandlungssätze voraussagen, als sie in den kommenden Jahren tatsächlich bieten können. Gmünder entwarnt: «In den für die Zukunft erwarteten Umwandlungssätzen ist die steigende Lebenserwartung schon berücksichtigt. Böse Überraschungen für die Versicherten sind deshalb wenig wahrscheinlich.»

Nach früheren Studien gab es einige Abweichungen der tatsächlichen von den erwarteten Umwandlungssätzen. Beispielsweise wurden im Jahr 2018 Sätze von 5,47 Prozent für 2022 und 5,38 Prozent für 2023 in Aussicht gestellt. Effektiv waren es dann 5,39 Prozent (2022) oder 5,28 Prozent (2023). Folglich lagen die Jahresrenten, ausgehend von einem Altersguthaben von 100'000 Franken, um 80 bis 100 Franken tiefer als zunächst angenommen.

Verzinsung 2026 so hoch wie seit 25 Jahren nicht mehr

Die Umwandlungssätze zählen zu einem Bündel von Faktoren, welche die Rentenhöhe letztlich bestimmen. Mitentscheidend ist auch, wie viel Alterskapital man im Laufe seines Lebens aufbaut. Hierbei wiederum spielen die laufenden Beiträge eine wichtige Rolle; doch auch die Verzinsung des Alterskapitals ist ausschlaggebend.

«Die Versicherten haben über die hohe Verzinsung wesentlich an der Performance der Pensionskassen-Anlagen teil», sagt Gmünder. Über die Verzinsung profitierten die Versicherten von den Renditen an den Kapitalmärkten, «was wiederum die Leistungen und letztlich die Rente deutlich verbessert».

Die Zahlen dazu sind laut der Complementa-Studie diese: Die Pensionskassen haben durch ihre Anlagen eine Rendite von 6,4 Prozent im Jahr 2025 erzielt - was mehr ist als der Schnitt einer 3,5-prozentigen Rendite in den Jahren 2006 bis 2025.

Die Versicherten partizipieren am Anlageertrag insofern, dass ihr Pensionskassenkapital 2025 durchschnittlich mit 4,3 Prozent verzinst wurde. Das sei die höchste Verzinsung der letzten 25 Jahre gewesen, berichten die Experten von Complementa.

Anlagen am Kapitalmarkt liefern 78 Milliarden Franken

Auch gemäss in Franken ausgedrückten Zahlen hat der dritte Beitragszahler zuletzt positiv eingeschenkt. Gemeint ist der Kapitalmarkt, der neben den Beiträgen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern das Vorsorgeguthaben aufstockt. 2025 spülten die Anlagen am Kapitalmarkt rund 78 Milliarden Franken in die Pensionskassen. 67 Milliarden Franken stammten aus den Zahlungen der Versicherten und ihrer Arbeitgeber. 

Die Complementa-Studie spricht denn auch von einem «potenten dritten Beitragszahler». Wie die Experten ausführen, hat dieser im Jahr 2025 einen durchschnittlichen finanziellen Zuwachs von 12'600 Franken pro Versicherten bewirkt.

Reto Zanettin
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