Mehr als 185 Millionen Menschen und damit über die Hälfte der US-Bevölkerung waren am Freitag (Ortszeit) laut dem nationalen Wetterdienst von Hitzewarnungen betroffen. Die Spitzenwerte des Hitzeindexes könnten in Teilen des Landes bis zu 46 Grad Celsius erreichen, wobei mehrere Städte neue Temperaturrekorde verzeichnen würden. In der Hauptstadt Washington musste eine grosse Messe-Veranstaltung, auf der alle 50 Bundesstaaten präsentiert werden sollten, bei Temperaturen von 38 Grad Celsius vorübergehend geschlossen werden. In Philadelphia sagten die Behörden eine grosse Parade ab, nachdem das Thermometer bereits am Donnerstag auf rund 39 Grad Celsius gestiegen war. Auch in anderen Bundesstaaten wie New Jersey und New York fielen Konzerte und Feuerwerke aus.
Die extremen Temperaturen brachten zudem die Stromnetze an ihre Grenzen. Der grösste US-Netzbetreiber PJM, der 67 Millionen Menschen unter anderem in der Hauptstadtregion versorgt, rief Kunden in Notfallprogrammen zur Drosselung ihres Verbrauchs auf. Damit sollten überlastete Leitungen und der sprunghafte Anstieg der Nachfrage durch Klimaanlagen bewältigt werden. In New York waren am späten Freitagnachmittag rund 17'000 Haushalte ohne Strom.
Ausgelöst wurde die Hitzewelle durch ein Hochdruckgebiet, einen sogenannten Hitzedom, der heisse Luftmassen über der Region einschliesst. Angesichts von gefühlten Temperaturen von bis zu 46 Grad Celsius warnten Behörden vor lebensbedrohlichen Bedingungen und riefen die Bürger auf, bei Veranstaltungen im Freien auf ausreichend Flüssigkeit und Schatten zu achten.
(Reuters)

