Mehrere Konzerne meldeten für das abgelaufene Quartal ein schwächer als erwartetes Umsatzwachstum. Kunden würden wegen der hohen Kosten an den Zapfsäulen beim Auswärtsessen sparen, hiess es zur Begründung.
Auslöser für die hohen Kraftstoffpreise ist der seit Ende Februar andauernde Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran, der zu schweren Störungen der globalen Ölversorgung geführt hat. Analysten erwarten, dass auch andere Ketten wie Shake Shack und Jack in the Box in ihren anstehenden Quartalsbilanzen weniger Wachstum ausweisen werden.
Die auf günstige Angebote spezialisierte Kette Wingstop meldete einen Einbruch des flächenbereinigten Umsatzes um 8,7 Prozent. Firmenchef Michael Skipworth sagte bei der Vorlage der Zahlen, es sei zwar «extrem schwierig, das makroökonomische Umfeld vorherzusagen». Er stimmte die Anleger jedoch auf einen schrumpfenden Umsatz im Laufe des Jahres ein, auch weil die Benzinpreise hoch bleiben dürften.
Selbst Ketten, die besser abschnitten, bleiben vorsichtig. Chipotle übertraf mit einem Plus von 0,5 Prozent zwar die Erwartungen, prognostizierte für das Gesamtjahr aber weiterhin kein Wachstum. Finanzchef Adam Rymer führte dies unter anderem auf die Unsicherheit über den Krieg und die Benzinpreise zurück.
Die Zurückhaltung der Verbraucher hat den Wettbewerb um die Kunden verschärft. «Wir sehen derzeit eine Rekordzahl an Sparmenüs», sagte Analyst Mark Wasilefsky von der TD Bank. Die Kette Taco Bell, eine Tochter von Yum Brands, meldete ein Umsatzwachstum von acht Prozent, nachdem sie im Januar ein Sparmenü ab drei Dollar eingeführt hatte.
Domino's-Chef Russell Weiner klagte, die Konkurrenz habe sich bei ihren Werbeaktionen «aus unserem Repertoire bedient». Dies habe zum schwächer als erwarteten Wachstum von 0,9 Prozent beigetragen. Starbucks scheint dagegen von der gedrückten Stimmung zu profitieren. Firmenchef Brian Niccol erklärte, man habe bei einkommensschwächeren Kunden mehr Zuspruch gefunden, die die Getränke der Kette als «kleinen Luxus» betrachteten.
Die Nervosität der Anleger spiegelt sich am Aktienmarkt wider. Der Restaurantindex des Datenabieters LSEG ist seit Kriegsbeginn um fünf Prozent gefallen, was einem Marktwertverlust von mehr als 40 Milliarden Dollar entspricht. Dem Analysten Sebastien Fernandez von der Beratungsfirma Revenue Management Solutions zufolge ist die Marke von vier Dollar pro Gallone ein Wendepunkt. Eine Analyse von 14,6 Milliarden Restaurantbesuchen habe gezeigt, dass die Zahl der Besuche mit steigenden Benzinpreisen zunächst langsam sinke. Überschreite der Preis jedoch vier Dollar, verdopple sich der negative Effekt.
Dem Portal GasBuddy.com zufolge ist der durchschnittliche Benzinpreis in den USA auf 4,43 Dollar gestiegen. Dies ist ein Anstieg von fast 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Kalifornien, dem für Restaurants wichtigsten Bundesstaat, haben die Preise die Marke von sechs Dollar durchbrochen.
(Reuters)

