Analysten überzeugte vor allem die gute operative Entwicklung des Unternehmens im Geschäftsjahr 2025. Der Gewinn wurde jedoch durch den Verkauf des Geschäfts in Nigeria belastet. Auch die Rahmenbedingungen sorgen für Unsicherheiten.

Um 9.20 verlieren die Valoren 1,1 Prozent auf 71,10 Franken, in einem positiven Gesamtmarkt (SMI +0,6 Prozent). Die Eröffnung war dagegen noch klar positiv, wenig später drehten die Papiere aber ins Minus. Schon am Vortag waren Holcim wegen eines Berichts um den Emissionshandel in der EU um fast vier Prozent eingebrochen. Der Konzern hatte zuletzt stark in «grünen» Beton investiert.

Insgesamt befinden sich die Holcim-Aktien seit Anfang des Monats in einer Schwächephase. Nach dem starken Lauf seit der Abspaltung von Amrize wurden vermehrt Gewinne mitgenommen und auch regulatorische Anpassungen zum Emissionshandel in der EU hielten die Aktien etwas zurück. Aufgrund der Unsicherheiten beim Emissionshandel dürften die Papiere auch noch länger volatil bleiben, schreibt der zuständige Analyst von RBC. Die mag auch die erste Kursreaktion zu einem Teil erklären.

Die Entwicklung im frühen Handel spiegelt sich nicht in den ersten Kommentaren der Analysten wider. Diese zeigen sich einhellig positiv zu den Zahlen und den Aussichten. Holcim habe «starke Zahlen und eine überraschend zuversichtliche Guidance ausgegeben», schreibt etwa die UBS. Die Prognosen kamen dabei grösstenteils über den Erwartungen der Experten zu liegen und es gebe auch noch positives Überraschungspotenzial. Eine Anpassung der Konsens-Erwartungen sei aber noch nicht zu erwarten, heisst es etwa bei RBC.

Analysten sprechen auch von einer «guten» operativen Entwicklung von Holcim im vierten Quartal. Auch der überraschend hohe freie Cashflow von Holcim findet Anklang unter den Experten. Auch im Vergleich mit der Konkurrenz habe Holcim besser abgeschnitten. «Das Ergebnis überzeugt auch im Sektorvergleich», so der zuständige Analyst der ZKB.

(AWP)