Wenn Holcim-CEO Miljan Gutovic am Freitag die aktuellen Zahlen des Baustoffkonzerns bekannt gibt, dürfte er auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurückblicken und eine optimistische Prognose für 2026 abgeben.
Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) sieht zwar aufgrund negativer Währungseffekte und Konsolidierungen einen Umsatzrückgang um 3,1 Prozent auf 15,707 Milliarden Franken. Organisch und in Lokalwährungen dürfte allerdings ein Umsatzplus von 3,0 Prozent resultieren. Die Dividende je Aktie erwarten Experten auf 1,69 Franken.
Den wiederkehrenden Gewinn (EBIT) schätzt die ZKB um 1,3 Prozent höher auf 2,875 Milliarden Franken. Organisch und in Lokalwährungen erwarten die Analysten ein Gewinnwachstum von 11,6 Prozent. Die wiederkehrende EBIT-Marge wird auf 18,3 Prozent geschätzt (Vorjahreswert: 17,5 Prozent). Der Reingewinn läge demnach auf etwa 1,8 Milliarden Franken.
Die einzelnen geografischen Märkte werden sich den Expertenschätzungen zufolge unterschiedlich stark entwickelt haben. Für Europa gehen sie von einem um 4,2 Prozent höheren Gewinn von 1,445 Milliarden Franken aus. In der Region Asien, Ozeanien, Afrika dürfte ein Gewinnzuwachs um 2,3 Prozent auf 950 Millionen Franken resultiert sein. Einzig in Lateinamerika dürfte die Profitabilität auf hohem Niveau zurückgegangen sein.
Die ZKB erwartet, dass auch der Ausblick auf das Jahr 2026 «zuversichtlich» sein wird. Rückenwind dürfte aus Infrastrukturprojekten, Effizienzgewinnen sowie Preissetzungsspielraum kommen. CEO Gutovic plant im laufenden Jahr rund fünfzehn kleinere Übernahmen anzustreben. Zwischen 2025 und 2030 sollen insgesamt 3 bis 4 Milliarden Franken in kleinere Zukäufe investiert werden.
Aktie im Februar unter Druck
Die ZKB stuft Holcim mit «Übergewichten» ein. Die Aktie wird aktuell zu 71 Franken gehandelt. Seit Anfang Februar steht sie unter Druck, nachdem sie zuvor auf über 80 Franken gestiegen war.
Grund für die Kursverluste sind unter anderem Diskussionen über eine Anpassung des europäischen Emissionshandelssystems gewesen. Eine Aufweichung dieses auf Klimaschutz ausgelegten Systems würde die Anstrengungen von Holcim und anderer Baustoffkonzerne zur CO₂-Reduktion unterlaufen. Allerdings dürften die Anpassungen des Emissionshandelssystems noch auf sich warten lassen und erst im Laufe der nächsten Jahre wirklich konkreter werden.
Laut den von AWP erfassten Analysten beträgt das durchschnittliche Kursziel 80,83 Franken je Holcim-Aktie, womit ein rund 14-prozentiges Aufwärtspotenzial impliziert ist. Zehn von 21 Analysten stufen die Valoren mit «Kaufen» ein, elf sagen «Halten». Verkaufsempfehlungen gibt es nicht.
(cash)
