Der dritte Beitragszahler hat auch im Jahr 2025 geliefert: Die Schweizer Pensionskassen (PK) erzielten durch ihre Anlagen am Kapitalmarkt durchschnittlich eine Rendite von 6,3 Prozent, wie Zahlen des Beratungsunternehmens PPCmetrics zeigen. Die Daten stammen aus den Abschlüssen von über 400 Vorsorgeeinrichtungen.

Ihnen hat geholfen, dass sie stark im Schweizer Markt investiert sind. «Schweizer Vorsorgeeinrichtungen haben traditionell ein Übergewicht im Heimmarkt. Aufgrund der hohen Konzentration des Schweizer Aktienmarktes entfällt dementsprechend ein hoher auf die Indexschwergewichte Nestlé, Novartis und Roche», sagt Lukas Riesen von PPCmetrics auf Anfrage von cash.ch.

Diese Präferenz für den Heimmarkt - der sogenannte «Home Bias» - birgt zwar Risiken, hat sich diesmal aber bezahlt gemacht. Denn die Valoren von Roche, Novartis, Nestlé, UBS und Zurich Insurance machten zusammen 4,8 Prozent des Gesamtvermögens der Pensionskassen aus. Und sie alle haben 2025 zugelegt, zum Teil sogar kräftig. Entsprechend stark sind diese Werte im Swiss Market Index (SMI) gewichtet. Die folgende Tabelle schlüsselt dies im Einzelnen auf:

Titel % des PK-Vermögens 2025 Kursveränderung 2025 (%)  Beitrag zur PK-Gesamtrendite (%)
Roche 1,2 28 0,336
Novartis 1,3 23 0,299
Nestlé 1,3 5 0,065
UBS 0,5 33 0,165
Zurich Insurance 0,5 11 0,055

Tabelle: Beitrag von SMI-Titeln zur Gesamtrendite der Schweizer Pensionskassen. / Quellen: PPCmetrics, Bloomberg.

Zusammengenommen haben die fünf Titel nahezu 1 Prozent der 6,3-prozentigen Gesamtrendite ausgemacht. Eingeschenkt hat speziell das überaus positive Abschneiden von Roche, Novartis und UBS im abgelaufenen Börsenjahr; die drei Titel verzeichneten Zuwächse zwischen 23 und 33 Prozent (ohne Dividendenzahlungen). Zum Vergleich: Der SMI stieg 2025 um 14 Prozent. Dass die Aktien von Nestlé daran gemessen nur schwach zulegten, deutet indes die Risiken des Home Bias an. Die Konzentration auf wenige Titel, die schlecht laufen, belastet die Erträge der Vorsorgeeinrichtungen.

Man kann zudem fragen, wie stark amerikanische Technologiewerte zur Rendite der Pensionskassen beitragen haben. Dazu ein Beispiel: Nvidia war 2025 die Top-Position unter diesen Tech-Aktien im Portfolio der Vorsorgeeinrichtungen. 0,9 Prozent des Gesamtvermögens entfielen auf die Aktien des Chipherstellers, die um 38 Prozent zugelegt haben. Sie steuerten folglich 0,342 Prozent bei - und damit mehr als jede der Schweizer Aktien.

Auch wenn die Gewinne von Nvidia durch die Umrechnung von Dollar in Franken unter dem Strich tiefer ausfallen: Die Pensionskassen hätten durch eine stärkere Diversifizierung wohl eine bessere Performance erzielt. Mit Diversifizierung ist hier die Streuung der Vermögensanlagen über verschiedene Märkte hinweg gemeint. Und freilich: Im Nachhinein weiss man immer mehr als im Voraus; ausserdem sind nicht alle Kassen gewillt oder in der Lage, die Risiken zyklischer Aktien auf sich zu nehmen und diese höher zu gewichten.

Weiter haben Versicherte in zweifacher Hinsicht Anteil am finanziellen Abschneiden ihrer Kassen. Zum einen sind, wie PPCmetrics berichtet, die Deckungsgrade 2025 um fast 5 Prozent auf rund 120 Prozent gestiegen. Die in der Daten erfassten Vorsorgeeinrichtungen haben ihre finanzielle Stabilität also erhöht. 

Zum anderen haben manche PK die Verzinsung 2025 klar über dem BVG-Minimum von 1,25 Prozent angesetzt. 7,5 Prozent sind es etwa bei der Migros Pensionskasse; total 13 Prozent sind es bei der Sulzer Vorsorgeeinrichtung, wobei die Endjahresverzinsung 5 Prozent und eine Zusatzverzinsung 8 Prozent beträgt. Andere Kassen sind unter 3 Prozent geblieben.

Reto Zanettin
Reto ZanettinMehr erfahren