Dies geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten «Global Wealth Report 2026» der Unternehmensberatung Boston Consulting ‌Group (BCG) ⁠hervor. Demnach wuchs das in Hongkong verwaltete Auslandsvermögen dank Zuflüssen aus China und eines Booms ⁠bei Börsengängen im Jahr 2025 auf 2,95 Billionen Dollar. Damit zog die asiatische Metropole knapp an der Schweiz ‌vorbei, die auf 2,94 Billionen Dollar kam. Den BCG-Experten zufolge ‌dürfte Hongkong seine Spitzenposition dauerhaft verteidigen, da ​die Finanzzentren in Asien schneller wachsen als der traditionelle europäische sichere Hafen. Hongkong festige seine Rolle als Tor Chinas zu den globalen Märkten, erklärten die Autoren.

«Wir sehen global zwei Hubs, die sich bilden: Einerseits Singapur und Hongkong für den asiatischen Raum, andererseits die Schweiz, UK ‌und die USA für den westlichen Raum», erklärte Michael Kahlich, Mitautor der Studie. Es werde dabei immer wichtiger, nahe bei den Kunden zu sein.

Für Hongkong und Singapur prognostiziert BCG ​bis zum Jahr 2030 ein jährliches Wachstum der grenzüberschreitenden Vermögen von rund ​neun Prozent. Für die Schweiz wird im selben ​Zeitraum ein durchschnittliches Plus von sechs Prozent erwartet. Das europäische Land könnte jedoch von seiner breiteren geografischen Streuung profitieren; ‌während fast 60 Prozent der grenzüberschreitenden Vermögen in Hongkong aus China stammten, fliesse Geld von vielen verschiedenen Ländern in die Schweiz. Die Schweiz sei bezüglich Anlage-Expertise immer noch führend. Gleichzeitig seien ​die ​grossen Schweizer Banken auch in Asien sehr aktiv. «Die ⁠UBS ist in Singapur wie auch in Hongkong die ​Nummer eins im Wealth ⁠Management», erklärte Kahlich weiter.

Die geopolitische Unsicherheit stärke die Rolle der Alpenrepublik als sicherer Hafen, hiess ‌es in der Studie. Dies ziehe insbesondere Gelder aus unruhigen Regionen wie dem Nahen Osten an. Finanzberater und Banker hatten der Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass ‌wohlhabende Privatkunden wegen der anhaltenden Konflikte in der Golfregion verstärkt Vermögen ​in die Schweiz verlagern. Insgesamt wuchsen die weltweiten grenzüberschreitenden Vermögen im vergangenen Jahr um 8,4 Prozent auf 15,7 Billionen Dollar.

(Reuters)