Bei Deutschlands grösster Containerreederei Hapag-Lloyd hinterlässt die Blockade der Strasse von Hormus deutliche Spuren in der Bilanz. Im ersten Quartal rutschte der Konzern beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in die roten Zahlen. In den Büchern standen minus 134 Millionen Euro nach plus 463 Millionen Euro ein Jahr zuvor, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Hapag-Lloyd führte den Einbruch auch auf Beeinträchtigungen infolge von Unwettern sowie niedrigere Frachtraten zurück. «Mit dem Verlauf des ersten Quartals können wir nicht zufrieden sein, denn wetterbedingte Störungen der Lieferketten und der Druck auf die Frachtraten führten zu einem deutlichen Ergebnisrückgang», so Konzernchef Rolf Habben Jansen.
Die Frachtrate lag demnach bei durchschnittlich 1330 US-Dollar je Standardcontainer (TEU) nach 1471 Dollar im Vorjahresquartal. Der Umsatz verringerte sich um fast 17 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr schliesst der Hamburger Konzern im operativen Geschäft ein deutliches Minus nicht aus. Am Mittwoch bestätigte Hapag-Lloyd, dass das Ebit zwischen minus 1,3 und plus 0,4 Milliarden Euro erwartet werde. Die Prognose bleibe aber aufgrund der sehr volatilen Entwicklung der Frachtraten und des Konflikts im Nahen Osten mit erheblichen Unsicherheiten behaftet, betonte der Konzern.
Hapag-Lloyd hat wie praktisch alle grossen Containerreedereien mit Blockaden der Schifffahrt im Nahen Osten zu kämpfen. Der Suezkanal wird wegen drohender Angriffe jemenitischer Huthi-Rebellen bereits seit längerem gemieden. Mit Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar kam noch die Blockade der Strasse von Hormus hinzu. Die Reedereien schicken ihre Schiffe auf lange Umwege, was die Kosten in die Höhe treibt. Auch die dänische Reederei Maersk, mit der die Hamburger auf einigen Routen kooperieren, musste im ersten Quartal einen Gewinneinbruch hinnehmen.
(Reuters)

