Das Ifo-Geschäftsklima stieg zum Vormonat um 0,4 Punkte auf 93,6 Zähler, wie das Ifo-Institut am Montag in München mitteilte. Es ist der sechste Anstieg des wichtigen Konjunkturbarometers in Folge. Analysten hatten im Schnitt mit einer Verbesserung auf 93,4 Punkte gerechnet.
Im Detail fielen die Resultate allerdings durchwachsen aus. Die etwa 9000 befragten Unternehmen bewerteten zwar ihre Zukunftsperspektiven besser, die aktuelle Wirtschaftslage wurde aber schlechter bewertet. In der Industrie und am Bau stieg das Geschäftsklima, unter Dienstleistern und im Handel verschlechterte es sich. "Die Sorgen der deutschen Unternehmen lassen nach, aber der Konjunktur fehlt es an Dynamik", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest.
Bankvolkswirte kommentierten die Umfrageresultate eher verhalten. "Von Frühlingsgefühlen ist die deutsche Wirtschaft noch weit entfernt", resümierte Ulrich Kater, Chefökonom der Dekabank. Trotz der Verbesserung bleibe die Stimmung der Unternehmen unterdurchschnittlich. Angesichts steigender Zinsen und fragiler Weltkonjunktur sei kaum mit einem kräftigen Aufschwung zu rechnen.
Etwas positiver äusserte sich Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Gemessen an dem, was ursprünglich zu befürchten war, schlägt sich die deutsche Wirtschaft äusserst solide." Die deutsche Wirtschaft sei relativ unbeschadet über den Winter gekommen, die Energiepreise seien in den vergangenen Monaten merklich gesunken. "Doch bei aller Freude über die besser als erwartete Wirtschaftsentwicklung, die Konjunkturampeln springen nicht auf Grün." Gitzel verwies etwa auf den schwachen Einzelhandel und die angeschlagene Bauwirtschaft.
(AWP)
