Die Schwere kam zum einen vom guten Lauf beider Titel in den vergangenen Wochen: Gewinnmitnahmen konnten deswegen nicht erstaunen. Zum anderen belastete das Umfeld gerade als zyklisch geltende Aktien. So ist der Konflikt im Nahen Osten nach wie vor nicht gelöst, und die Inflationsrate in den Vereinigten Staaten hat stärker als erwartet angezogen, sodass die Hoffnungen auf für Aktien vorteilhafte Zinssenkungen weiter geschwunden sind.
US-Aktien, insbesondere Technologiewerte, fielen am Dienstag teilweise markant zurück. Etwa schloss der tech-dominierte Nasdaq-100-Index knapp 0,9 Prozent tiefer, nachdem er im Handelsverlauf um bis zu 2 Prozent nachgegeben hatte.
Diesen an sich negativen Vorgaben widersetzen sich ABB und Logitech nun deutlich. Allerdings sind die mittelfristigen Aussichten für die Logitech-Valoren besser als für die ABB-Aktien.
Denn die Valoren von ABB haben beim aktuellen Stand von etwas über 82 Franken das durchschnittliche Kursziel der durch AWP erfassten Analysten - 72,11 Franken - schon klar Prozent überschritten. Gemessen daran dürfte es für den schweizerisch-schwedischen Technologiekonzern an der Börse eher nach unten als nach oben gehen - es sei denn, Anleger sowie Analysten erinnern sich an den Erstquartalsbericht und trauen den Titeln doch auch weiterhin mehr zu, als Experten dies gemessen am Kurszielkonsens bislang taten. Denn immerhin: Der Ende April vorgestellte Bericht zum Startquartal 2026 hatte überzeugt. Auftragseingang und Umsatz lagen über den Konsenserwartungen. Zudem hob das Management den Ausblick für das Jahr 2026 an.
Die Aktien von Logitech wiederum stehen aktuell bei knapp 81 Franken und damit einiges unter dem Durchschnittskursziel von 93,50 Franken gemäss AWP-Konsens. Anfang Mai, nach dem Bericht zum vierten Quartal, hat die Bank Berenberg eine speziell optimistische Prognose zu Logitech gestellt.
Das Unternehmen habe eine starke Produktepipeline, notierte der zuständige Berenberg-Analyst, Lucas Glemser. Das Beispiel der MX-Master-4-Maus zeige, dass Logitech seine Geschäfte in einem schwierigen makroökonomischen Umfeld ausbauen konnte - eben durch die Einführung neuer und innovativer Produkte gepaart mit gezielten Marketingkampagnen. Es sei auch gelungen, zollbedingte Preiserhöhungen weiterzugeben und dabei keinen umfangreichen Nachfragerückgang auszulösen.
Berenberg stuft Logitech mit «Buy» ein. Das Kursziel wurde von 110 auf 115 Franken erhöht. Mit dem Plus am Mittwochvormittag ist Logitech diesem Wert einen Schritt näher gekommen.

