Die vergangenen fünf Handelstage (ab letztem Montag) waren für Lonza äusserst ungemütlich. Die Titel des Pharmazulieferers sanken vom Zwischenhoch bei 543,40 Franken um 11,7 Prozent auf 479,80 Franken. Allein am letzten Freitag fielen die Lonza-Valoren um knapp 3,8 Prozent zurück.

In den gleichen fünf Börsentagen sank der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) zwar auch, aber um lediglich 1,5 Prozent und damit deutlich weniger ausgeprägt als die Anteilsscheine des von Wolfgang Wienand geleiteten Unternehmens.

Angesichts des überaus schwachen Abschneidens von Lonza an der Schweizer Börse wird manch ein Analyst gestutzt haben. So etwa dürfte es beispielsweise dem zuständigen Experten der Privatbank Berenberg ergangen sein. Die gedämpften letzten zwei Monate böten einen guten Einstiegszeitpunkt, notierte er wenige Tage, bevor der Kursverfall einsetzte. Er führte aus, die Bewertung von Lonza sei inzwischen leicht gesunken. Zudem wachse der Pharmazulieferer schnell, während er weitgehend vor durch Energiekosten bedingten Konjunkturabschwüngen abgeschirmt sei.

Der Berenberg-Experte stuft die Aktie von Lonza mit «Buy» ein, womit er sich in der Mehrheit der Analysten bewegt. 19 von 20 der von AWP erfassten Experten empfehlen Lonza zum Kauf. Das Preisziel von 630 Franken, das Berenberg für das Unternehmen aus Basel sieht, liegt indes unter dem Konsens. Dieser traut den Lonza-Valoren 673 Franken zu.

Gemessen daran ist ein Wiedererstarken von Lonza an der Börse zwar keine ausgemachte Sache, aber absehbar.

Lonza-Valoren seit der Zahlenvorlage 2025 nicht mehr über 550 Franken

Feststellbar ist derweil zweierlei, zum einen: Unwesentlich besser erging es Siegfried, dem Branchennachbarn von Lonza. Dessen Aktien sanken in den vergangenen fünf Handelstagen um 7,1 Prozent, also ebenfalls stärker als der Gesamtmarkt.

Zum anderen ist beobachtbar, dass die Aktien von Lonza seit den Ende Januar vorgestellten Jahreszahlen 2025 nicht mehr über 550 Franken gestiegen sind - auch nach dem Verkauf des Kapselgeschäfts per Anfang März nicht.

Die Jahresergebnisse entsprachen zwar den Erwartungen, insbesondere die Marge überzeugte. Dennoch rutschte die Aktie ab und gab die 550-Franken-Marke preis, die zuvor deutlich überschritten worden war.

Knackpunkt war laut Marktteilnehmern der Ausblick für das Jahr 2026. Lonza erwartet ein Umsatzwachstum zwischen 11 und 12 Prozent und eine Marge von über 32 Prozent. «Der kleine Dämpfer wird allerdings die Guidance für das Geschäftsjahr 2026 sein, welche minimal unter den Erwartungen ist», notierte der zuständige Analyst der Zürcher Kantonalbank am Berichtstag. Doch auch er blieb grundsätzlich zuversichtlich und stufte Lonza mit «Übergewichten» ein.

Reto Zanettin
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