Kühne+Nagel hat vor Ostern als grösster Gewinner im SMI abgeschlossen. Zum Wochenauftakt stellt sich die Frage, ob der Logistikkonzern aus Schindellegi an die starke Vorwoche, plus 7,4 Prozent, anknüpfen kann.
Die Antwort hängt wesentlich davon ab, wie sich die Lage rund um die Strasse von Hormus entwickelt. Denn die Unsicherheit im Nahen Osten ist für Kühne+Nagel nicht nur Risiko, sondern auch Chance. Containerschiffe, denen laut Agenturberichten die Durchfahrt durch die Meerenge im Persischen Golf verwehrt wurde, treiben die Nachfrage nach Luftfracht und damit die Raten.
Genau das dürfte dem Unternehmen im laufenden Quartal zugutekommen, wie die zuständige Analystin von JPMorgan festhält. Sie geht davon aus, dass Kühne+Nagel gut ins Geschäftsjahr 2026 gestartet ist. Die Analystenmeinungen sind gespalten. JPMorgan erhöhte das Kursziel um fünf auf 160 Franken, bleibt aber bei «Underweight», mittelfristig sieht die Analystin die Aktie weiterhin als Verlustgeschäft für Anleger.
Goldman Sachs ist deutlich zuversichtlicher: «Buy», Kursziel 215 Franken. Kurzfristig profitiere Kühne+Nagel von den Luftfrachtraten zwischen Asien und Europa, mittelfristig von KI-getriebenen Produktivitätsgewinnen und einer erwarteten Margenerholung.
Vor dem langen Osterwochenende ging die Aktie zu 187,25 Franken aus dem Handel und bewegt sich somit Richtung eines Kurshochs seit einem Jahr, das der Logistiker vergangenen Mai bei 195 Franken markierte.
Klarheit über die tatsächliche Geschäftsentwicklung bringt spätestens Ende April der Quartalsbericht. CEO Stefan Paul sagte vor einem Jahr, auf dem Höhepunkt des Zollkonflikts: «Wir können Komplexität.» Diese Woche beginnt der Beweis.
(cash)
