Am heutigen Montag nimmt die Finanzgesellschaft Matador Secondary Private Equity den Handel an der Schweizer Börse SIX unter dem Tickersymbol SQL auf. Bislang waren die Aktien von Matador an der Berner Börse BX Swiss kotiert. Dort schlossen sie am Freitag bei 3,85 Franken.

Der Gang an die SIX soll die Präsenz des in Sarnen (OW) ansässigen Unternehmens am Schweizer Kapitalmarkt stärken: «Die Kotierung bei SIX Swiss Exchange unterstützt Matador dabei, seine Sichtbarkeit bei Schweizer und internationalen Investoren weiter zu erhöhen», sagte Florian Dillinger, Verwaltungsratspräsident und CEO von Matador vor wenigen Tagen.

Die Gesellschaft ist auf Investitionen am Sekundärmarkt des Private-Equity-Segments spezialisiert. Sie kauft also Anteile an schon bestehenden Private-Equity-Fonds von Investoren, die frühzeitig aussteigen möchten. So habe man sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten ein nach Regionen, Branchen und Strategien breit diversifiziertes Portfolio aufgebaut und biete den Investorinnen und Investoren damit einen «qualitativ hochwertigen» Zugang zur Anlageklasse Private Equity, schreibt das Unternehmen zur Selbstbeschreibung.

Speziell ist, dass sich der SIX-Neuankömmling schon Mitte Mai über die Folgen des Börsengangs von SpaceX geäussert hat - und zwar so: Das von Tech-Billionär Elon Musk geleitete und kontrollierte Unternehmen befinde sich im Portfolio von Matador, wobei die Beteiligung noch zu vergleichsweise niedrigen Einstiegsbewertungen in den Büchern geführt werde. «Ein erfolgreicher IPO von SpaceX im laufenden Jahr könnte für die Matador Secondary Private Equity AG zusätzliche Wertzuwächse von rund zwei Millionen Franken generieren», hiess es in der Mitteilung des Innerschweizer Unternehmens.

Inzwischen hat SpaceX den ersten Handelstag an der Börse hinter sich. Die Aktien wurden zu 135 Dollar ausgegeben und schlossen am Freitag bei 160,95 Dollar. Nun ist SpaceX rund 2,1 Billionen Dollar wert, etwas mehr als die kurz vor dem IPO angestrebten 1,8 bis 2 Billionen Dollar.

«Der erste Handelstag war ein Triumph», sagt Serge Nussbaumer, Kapitalmarktexperte des Wertschriftenhauses Maverix Securities, zum Börsenstart von SpaceX am vergangenen Freitag. SpaceX sei operativ einzigartig. «Starlink liefert den Bewertungsanker, Raketenstarts schaffen Eintrittsbarrieren und Verteidigungsaufträge geben strategische Tiefe.»

Insofern ist nun eingetroffen, wovon die Schweizer Finanzgesellschaft im Mai gesprochen hatte - ein SpaceX-Börsengang, den man als erfolgreich bezeichnen kann und der sich positiv auf die Zahlen von Matador auswirken dürfte. Daraus ergeben sich auch positive Vorzeichen für den ab dem heutigen Montag laufenden Handel der Matador-Aktie an der SIX.

Unterdessen ist fraglich, ob SpaceX über den momentanen Hype hinaus zufriedenstellende Ergebnisse liefern kann. Die Erwartungen sind hoch, und die Fehlertoleranz ist entsprechend gering. Die Aktie von SpaceX preist laut Nussbaumer denn auch bereits mehrere Erfolgsgeschichten gleichzeitig ein: «Satellitenbreitband muss skalieren. Die Margen müssen steigen. Die Regulierung darf nicht bremsen. Der Musk-Faktor muss eine Prämie bleiben und darf nicht zu einem Governance-Abschlag werden», so der Kapitalmarktspezialist von Maverix.

Reto Zanettin
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