Die Lage für baunahe Schweizer Aktien bleibt am Montag ungemütlich. Die Valoren von Holcim gingen am Freitag bei 72,40 Franken aus dem Handel; sie sind nun in der Spitze um 4 Prozent auf 69,50 Franken gefallen und haben die Verluste dann aber auf 2,9 Prozent und den Stand von 70,30 Franken eingedämmt.

Zu diesen Kursrückgängen trug der Dividendenabgang von 1,70 Franken bei. Doch auch abgesehen davon kann kaum von einer Erholung der Bau-Werte im Swiss Market Index gesprochen werden. So stehen die Titel von Amrize (minus 2 Prozent), Sika (minus 1,8 Prozent) und Geberit (minus 1,5 Prozent) ebenfalls erneut unter Druck. 

Damit hellt sich die Lage zum Wochenauftakt nicht auf, nachdem es schon Ende vergangener Handelswoche düster aussah. Denn nach sieben Handelstagen ohne Verlust in Folge wurden die Aktien von Holcim am Freitag markant zurückgeworfen: Sie schlossen bei 72,40 Franken, also 5,06 Prozent tiefer als am Mittwoch vor dem Feiertag. Bis die Holcim-Valoren den Rekordstand von Anfang Februar bei 82 Franken wieder erreicht haben werden, fehlen mittlerweile knapp 12 Franken oder zirka 16 Prozent.

Zum Ende der vergangenen Handelswoche wurden die Sorgen um den Nahen Osten abermals verstärkt. Das Treffen zwischen dem amerikanischen Präsidenten Donald ​Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping führte nicht zu einem Durchbruch, weshalb eine weitere Eskalation des Konflikts im Iran befürchtet worden ist. Derweil zogen die Ölpreise wieder auf gegen 110 Dollar an - woraufhin die Anleger sich auf Folgen für die Konjunktur, steigende Inflationsraten und Zinserhöhungen eingestellt haben.

In dieser Gemengelage gerieten gerade eben als zyklisch geltende Werte wie die Aktien aus dem Bausektor unter Druck. Doch für Holcim sind die Perspektiven durchaus positiv. So bestätigte der zuständige Analyst der UBS, Julian Radlinger, am Mittwoch das «Buy»-Rating und das Kursziel von 93 Franken für Holcim. Es bedeutet einen über 23-prozentigen, mittelfristigen Zuwachs der Anteilsscheine auf einen neuen Rekordstand.

Der von AWP erfasste Konsens ist weniger zuversichtlich als die UBS, traut der Aktie des in Zug beheimateten Baustoffherstellers mit 82 Franken aber ebenfalls mehr zu als den momentanen Stand von etwas mehr als 72 Franken. Die meisten Anlageurteile lauten «Kaufen». Verkaufsempfehlungen gibt es gemäss dem AWP-Analyser keine. Demnach sind die Chancen gegeben, dass die Titel von Holcim wieder gefragter als zuletzt sind und steigen.

Zum Ausklang der vergangenen Woche standen auch andere Bau-Werte des Swiss Market Index unter Druck. Amrize verlor 2,73 Prozent, Sika sank um 1,74 Prozent und Geberit gab 0,16 Prozent auf 502,60 Franken und somit auf den tiefsten Stand seit Anfang 2025 nach.

Ausserdem ging Holcim-Konkurrent Heidelberg Materials, dessen Aktien im deutschen Leitindex Dax gelistet sind, um 7,16 Prozent auf 169,15 Euro in die Knie.

Reto Zanettin
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