Am Donnerstag sanken die Valoren von Swiss Re um knapp 3,2 Prozent auf 124,30 Franken. Dieser Schlusskurs entspricht dem niedrigsten Stand am Ende eines Handelstages seit Anfang Februar und somit einem Drei-Monate-Tief.
Der Kursverfall folgte auf die Erstquartalszahlen, die das Management am gestrigen Donnerstagmorgen vorgestellt hat. Er erinnert ausserdem an das Geschehen im vergangenen November.
Auch damals legte Swiss Re Zahlen vor, jene zum dritten Quartal 2025 respektive zum Geschäftsgang in den ersten neun Monaten des Jahres. Diese Zahlen lösten am Berichtstag einen Kursrutsch um 5,3 Prozent aus, der in den Tagen danach fortgesetzt wurde, sodass nach fünf Sitzungen ein Minus von insgesamt 10,5 Prozent resultierte.
Ein verbindendes Element zwischen damals und heute ist die US-Bank Morgan Stanley. Deren zuständige Analystin, Hadley Cohen, vermerkte im November «einige Fragezeichen» zu den Zahlen zum dritten Quartal 2025 und nun im Mai «mehrere Fragezeichen» zum Erstquartalsausweis 2026 des Rückversicherers.
Beide Male sah die Morgan-Stanley-Expertin Defizite in der Sparte Sach- und Haftpflichtrückversicherung (P&C Re). In dieser fiel der Versicherungsumsatz um 9 Prozent; der Preisdruck hielt an und in den Vertragserneuerungen vom April ergab sich ein Nettopreisrückgang von 6,1 Prozent.
Morgan Stanley stuft Swiss Re mit «Underweight» ein und sieht das Preisziel für die Aktie bei 118 Franken. Das sind rund 5 Prozent weniger als die aktuelle Notierung. Gemessen daran dürfte der Kursrückgang nach der Quartalsberichterstattung vom Donnerstag nun weitergehen.
Freilich aber ist es nicht zwangsläufig, dass sich die Swiss-Re-Valoren diesmal gleich verhalten wie im vergangenen Herbst - und gleich nochmals markant nachgeben. Denn «Swiss Re meldet einen sehr starken Start ins Jahr 2026», wie Matteo Lindauer, Analyst der Bank Vontobel, am gestrigen Berichtstag notierte. Er stuft Swiss Re mit «Buy» ein und sieht das Kursziel bei 150 Franken - zirka 20 Prozent über dem aktuellen Aktienpreis.
Effektiv startete das in Zürich ansässige Unternehmen in vielerlei Hinsicht stark ins neue Geschäftsjahr. Im ersten Quartal lag der Reingewinn deutlich über den Konsensprognosen; die Schaden-Kosten-Sätze waren besser als von Analysten vorausgesagt; und die Eigenmittel wurden höher als im ersten Quartal 2025 ausgewiesen.

