Während sie in Metropolen und wirtschaftsstarken Regionen bis 2035 wohl weiter ‌steigen, dürften ⁠sie in vielen strukturschwachen Gebieten stagnieren oder sinken, wie am Mittwoch aus einer Untersuchung ⁠des IW-Instituts für den Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hervorgeht.

Entscheidend sei weniger die Frage Stadt oder Land, ‌sondern die wirtschaftliche Stärke und Anbindung einer Region an grosse Arbeitsmärkte. ‌Bundesweit soll der mittlere Quadratmeterpreis von rund ​3024 Euro im Jahr 2025 auf etwa 4092 Euro in 2035 zulegen, was inflationsbereinigt einem jährlichen Anstieg von 1,1 Prozent entspricht.

Die grössten Preissteigerungen erwarten die Fachleute des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Metropolregionen wie Berlin, Hamburg oder Frankfurt sowie in deren Umland. In Nordrhein-Westfalen weist ‌nur Köln ein deutliches Wachstum auf. Am stärksten unter Druck geraten demnach Regionen, in denen eine schrumpfende Bevölkerung auf schwache Arbeitsmärkte trifft. Dies betreffe weite Teile Ostdeutschlands abseits der Metropolen, das Saarland, ​ländliche Kreise in Rheinland-Pfalz und das Ruhrgebiet.

In den am härtesten ​betroffenen Kreisen wie dem Erzgebirgskreis, der Vulkaneifel oder Kronach ​in Franken könnten Immobilien bis 2035 fast ein Fünftel ihres Wertes verlieren. Zusätzlicher Druck entstehe in Regionen mit ‌energieintensiver oder Auto-Industrie wie Zwickau durch den Umbau zur Klimaneutralität. Hier könnte die Nachfrage nachlassen.

«Der Wohnimmobilienmarkt in Deutschland driftet zunehmend auseinander», sagte BVR-Präsidentin Marija Kolak. Wer nur auf Bundesdurchschnitte schaue, übersehe diese ​Unterschiede ​und den Handlungsbedarf. Die Studie analysiert die Preisentwicklung ⁠in allen rund 400 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten. Demnach ​dürften die Preise 2027 ⁠wieder das Niveau des letzten Zwischenhochs von 2022 erreichen.

Die Autoren der Studie fordern eine ‌stärker regional ausgerichtete Wohnungspolitik. «In den Metropolen bleibt der Neubau die dringlichste Aufgabe – ohne mehr Angebot wird der Preisdruck weiter zunehmen», sagte IW-Immobilienexperte Pekka Sagner.

Dort müssten Verfahren ‌beschleunigt und die Grunderwerbsteuer reformiert werden. In strukturschwachen Regionen drohe der Immobilienmarkt ​hingegen wegen fehlender Gewinnaussichten zusammenzubrechen. Dort müsse es darum gehen, den Bestand zu erhalten, energetisch zu modernisieren und die lokalen Wohnungsmärkte langfristig zu stabilisieren.

(Reuters)