In Frankreich hat der Skandal um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu personellen Konsequenzen geführt. Der frühere Kulturminister Jack Lang trat im Zusammenhang mit dem Fall Epstein vom Amt des Präsidenten des Instituts der Arabischen Welt zurück, teilte das Aussenministerium in Paris am Samstag mit. Lang hatte unter dem ehemaligen Präsidenten Francois Mitterrand das Kulturressort geleitet. Zuvor hatte die Finanzstaatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Lang und seine Tochter Caroline eingeleitet. Es gehe um den Verdacht der Geldwäsche im Zusammenhang mit schwerem Steuerbetrug, teilte die Behörde mit.
Nach Berichten verschiedener französischer Medien wurde das Verfahren eingeleitet, nachdem kürzlich vom US-Justizministerium veröffentlichte Dokumente einen jahrelangen Austausch und finanzielle Verbindungen zwischen Lang und Epstein nahelegen. Einer Reuters-Auswertung zufolge taucht Langs Name darin mehr als 600 Mal auf. Die Veröffentlichung der Akten hat den Druck auf zahlreiche Prominente weltweit erhöht, die Kontakte zu Epstein hatten. Epstein hatte sich 2019 im Gefängnis nach Polizeiangaben das Leben genommen, wo er auf seinen Prozess wegen Menschenhandels und Missbrauchs von Minderjährigen wartete. Er soll unter anderem Prominenten und Reichen Minderjährige zugeführt haben.
Lang wurde für Sonntag ins Aussenministerium zitiert. Der Ex-Minister wies die Vorwürfe zurück. Er sehe den Ermittlungen «mit Gelassenheit und sogar Erleichterung» entgegen, schrieb er auf der Plattform X. Diese würden es ermöglichen, die Angriffe auf seine Integrität und Ehre aufzuklären. Sein Anwalt Laurent Merlet sagte dem Sender BFM TV, es habe keine Geldflüsse gegeben. Langs Tochter Caroline war am Montag bereits als Chefin eines Produzentenverbandes zurückgetreten.
(Reuters)

