Der Verteidigungshaushalt für das Finanzjahr 2026/27 steigt auf «ein Allzeithoch» von 7,85 Billionen Rupien (etwa 72,3 Mrd Euro), wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Das entspreche einer Steigerung um rund 15 Prozent im Vergleich zum bestehenden Etat und zwei Prozent des geschätzten Bruttoninlandsprodukts für das kommende Finanzjahr.
Finanzministerin Nirmala Sitharaman hatte am Sonntag die Planung für die Einnahmen und Ausgaben des Staats im Parlament vorgestellt. Der Verteidigungsetat sieht demnach fast 15 Prozent der gesamten Ausgaben vor.
Modernisierung der Streitkräfte
Ein Schwerpunkt ist dabei die Modernisierung der Streitkräfte. Die geplanten Projekte sehen dem Verteidigungsministerium zufolge vor, die Streitkräfte unter anderem mit Kampfjets der neuen Generation, neuen Schiffen und U-Booten sowie Drohnen auszurüsten.
Der höhere Etat trage zudem den finanziellen Erfordernissen Rechnung, die sich aus der dringlichen Waffen- und Munitionsbeschaffung infolge der Militäraktion gegen Pakistan im vergangenen Jahrergeben hätten, hiess es. Die Spannungen zwischen den beiden Erzrivalen verschärften sich nach einem Terroranschlag im indischen Teil Kaschmirs im April. Dabei wurden 26 Menschen getötet. Indien warf Pakistan eine Beteiligung vor, was Islamabad zurückwies. Es kam zu Gefechten an der Grenze und gegenseitigen Luftangriffen. Am 10. Mai verkündeten die Atommächte eine Waffenruhe.
Indien ist einer der grössten Rüstungsimporteure weltweit. Laut einer Statistik des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri war das bevölkerungsreichste Land der Erde im Zeitraum 2020 bis 2024 nach der Ukraine das Land mit den meisten Einfuhren von Rüstungsgütern. Demnach entfielen etwa 36 Prozent der Importe auf russische Güter.
(AWP)

