⁠In 15 wichtigen Branchen beliefen sich die Hilfen im Jahr ⁠2024 auf insgesamt 108 Milliarden Dollar, wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ‌am Montag in Paris mitteilte. Dies entspreche ‌1,3 Prozent des Umsatzes der untersuchten ​Unternehmen. Dies sei der zweithöchste jemals gemessene Wert nach dem Rekordwert während der weltweiten Finanzkrise 2009.

Besonders stark fallen die Subventionen in China aus. Chinesische Firmen erhielten demnach zwischen 2005 und 2024 ‌im Schnitt drei- bis achtmal mehr staatliche Unterstützung als ihre Konkurrenten in den OECD-Ländern. Die Hilfen zahlten sich aus: Rund 60 Prozent der ​globalen Marktanteilsgewinne chinesischer Firmen in den vergangenen 20 ​Jahren seien auf Subventionen zurückzuführen - international liegt ​dieser Wert nur bei 22 Prozent. Eine nennenswerte Steigerung der Produktivität oder ‌der Rentabilität sei damit jedoch nicht einhergegangen, hiess es.

Die OECD warnte vor den Folgen dieser Praxis für den Welthandel. «Umfangreiche und anhaltende Industriesubventionen können ​globale ​Märkte verzerren, unfaire Wettbewerbsvorteile schaffen und ⁠auf der Angebotsseite zu Überkapazitäten beitragen», sagte ​OECD-Generalsekretär Mathias Cormann. Besonders ⁠stark gefördert wurden dem Bericht zufolge die Photovoltaik-Branche, die Halbleiterindustrie, ‌die Aluminium- und Stahlproduktion sowie der Schiffbau.

In der Datenbank der OECD werden die Subventionen erfasst, die 525 der ‌weltweit grössten Industrieunternehmen zwischen 2005 und 2024 erhalten haben. ​Dazu gehören beispielsweise staatliche Zuschüsse, Steuervergünstigungen und zinsvergünstigte Kredite für Unternehmen in verschiedenen Regionen und Sektoren.

(Reuters)