Gegen 9.35 Uhr fallen die Inficon-Titel um 11,7 Prozent auf 96,20 Franken. Und fallen damit erstmals in diesem Jahr deutlich unter die 100-Franken-Grenze. Der Gesamtmarkt gemessen am SPI gewinnt hingegen 0,5 Prozent.

Sowohl die Experten von der UBS als auch bei Vontobel sind vom Ausblick enttäuscht. Der Mittelpunkt der Spanne deute auf eine EBIT für 2026 von lediglich 126 Millionen Dollar hin, schreibt UBS-Experte Joern Iffert. Er selbst und auch der Konsens hätten 136 Millionen erwartet. Die Umsatz-Guidance stuft er noch als konservativ ein, die gedämpften Margenerwartungen seien aber ein klarer Dämpfer.

Ähnlich klingt es bei Vontobel. Der Ausblick könne die Erwartungen nicht erfüllen, heisst es von Michael Foeth. Sowohl beim Umsatz als auch bei der EBIT-Marge habe er sich mehr erhofft. Dadurch müsse er seine Schätzungen um 10 Prozent senken, was zu einem tieferen Kursziel von 115 nach bislang 126 Franken führe. Neben dem eher schwachen Ausblick habe Inficon zudem die Dividende leicht gesenkt, beim Free Cashflow seine Schätzung um 20 Prozent verfehlt und die einzelnen Sparten hätten sich eher gemischt entwickelt.

Octavian sieht auch den Free Cashflow als «main miss» mit Blick auf die Zahlen. Dies habe unter anderem an dem erhöhten Lagerbestand gelegen. Gerade dieser könne sich allerdings als Unterstützung erweisen, sollte es zu Herausforderungen mit Blick auf die Lieferketten kommen. Zudem stellen die Experten die starke Entwicklung im Schlussquartal positiv heraus.

Der ZKB zufolge hat Inficon das Jahr 2025 zwar gut abgeschlossen, der Ausblick liege aber deutlich unter den eigenen als auch den Konsenserwartungen. Zwar scheine sich die EBIT-Marge weiter zu erholen, allerdings weniger schnell als erwartet. Analyst Michael Inauen hält es aber für möglich, dass die Guidance in Anbetracht des bevorstehenden CFO-Wechsels bewusst vorsichtig gewählt wurde.

(AWP)