Konkret stieg die Jahresinflation im Mai um 0,6 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte.

Damit blieb die Teuerung auf dem Niveau vom April (+0,6 Prozent). Ökonomen hatten mit einer etwas höheren Inflation gerechnet. Die Schätzungen der von der Nachrichtenagentur AWP befragten Experten gingen von einem Anstieg der Jahresteuerung von 0,7 Prozent aus.

Steigender Ölpreis macht sich bemerkbar

Im Vergleich zum Vormonat stieg der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) im Berichtsmonat um 0,2 Prozent auf 101,3 Punkte. Der Anstieg im Vergleich zum Vormonat sei auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, unter anderem auf die höheren Wohnungsmieten und die höheren Preise in der Hotellerie, erklärte das BFS.

Ebenfalls gestiegen seien die Preise für Fruchtgemüse, Benzin sowie Automiete und Carsharing. Die Preise für den Luftverkehr und für Heizöl sind hingegen gesunken. Auch die Parahotellerie habe die Preise gesenkt. Die Kerninflation - ohne Energie und Treibstoffe sowie frische und saisonale Produkte - legte gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent zu.

GianLuigi Mandruzzato, Ökonom bei EFG, betont in einem Kommentar, dass der starke Schweizer Franken ebenfalls dazu beitrage, die Risiken einer importierten Inflation und von Zweitrundeneffekten des Energiepreisschocks auf die Inlandspreise zu begrenzen. Die heutigen Daten deuten darauf hin, dass die Schweizer Inflation im 2. Quartal etwas höher ausfallen werde als die SNB im März prognostiziert hatte.

Angesichts des Ausmasses der Energiepreisschocks lässt dies jedoch auf eine moderatere Entwicklung der inländischen Preise und der Kernpreise schliessen. Die SNB kann noch einige Monate abwarten und weitere Informationen sammeln, um zu beurteilen, ob eine Zinserhöhung gerechtfertigt ist, so der EFG-Ökonom weiter.

(AWP)