Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Januar um durchschnittlich 1,7 Prozent ‌im ⁠Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte. Damit wurde eine ⁠frühere Schätzzahl bestätigt. Im Dezember hatte die jährliche Inflationsrate noch bei 2,0 Prozent gelegen. Die ‌niedrigsten jährlichen Raten wurden im Januar in Frankreich (0,4 Prozent), ‌Finnland und Italien (je 1,0 Prozent) verzeichnet. ​Den stärksten Preisauftrieb gab es in der Slowakei (4,3 Prozent) und Estland (3,8 Prozent). Deutschland lag mit einer Rate von 2,1 Prozent ebenso über dem Durchschnitt im Euroraum wie Eurozonen-Neuling Bulgarien mit 2,3 Prozent.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt ‌eine Teuerungsrate von 2,0 Prozent an, die als optimal für die Wirtschaft im Währungsraum gilt. Die EZB kann laut Bundesbankchef Joachim Nagel beim Zinskurs allerdings ​über kurzfristige Abweichungen von ihrem Inflationsziel hinwegsehen. Laut Nagel könnte ​diese Marke in den kommenden beiden Jahren ​zwar leicht unterschritten werden. Für die mittlere Frist deuteten die Prognosen aber darauf hin, dass ‌das Inflationsziel genau getroffen werde. Die EZB entscheidet am 19. März wieder über den Leitzins. Den Währungshütern werden dann auch erste Daten zur Inflation im Februar ​vorliegen. Die ​EZB sieht ihre Geldpolitik zurzeit ⁠gut positioniert - eine Überzeugung, die EZB-Chefin Christine Lagarde ​jüngst bekräftigte. Dies gilt als ⁠Signal, dass vorerst keine Zinsänderung ansteht. Dennoch muss die Zentralbank laut ‌Lagarde flexibel bleiben. Denn der Ausblick ist aus Sicht der Währungshüter nach wie vor von Unsicherheit geprägt, was insbesondere auf anhaltende globale ‌handelspolitische Unsicherheiten und geopolitische Spannungen zurückzuführen ist.

Die Zentralbank hat ​den Leitzins angesichts gesunkener Inflationsgefahr von Mitte 2024 bis Mitte 2025 in mehreren Schritten auf 2,0 Prozent halbiert und seither stillgehalten. 

(Reuters)