So erhöhte sich das Preisniveau im Vorjahresvergleich im Januar um 3,3 Prozent nach 2,8 Prozent im Dezember, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag mitteilte. Die Inflation lag damit am oberen Rand der Schätzungen. Von AWP befragte Ökonomen hatten eine Teuerungsrate zwischen 3,0 und 3,3 Prozent prognostiziert.

Im Vergleich zum Vormonat Dezember stiegen die Konsumentenpreise um 0,6 Prozent, der entsprechende Landesindex der Konsumentenpreise (CPI) lag bei 105,0 Punkten.

Zur Erinnerung: Im letzten August hatte die Inflation - vor allem wegen der stark gestiegenen Energiepreise nach Beginn des Ukraine-Krieges - den zumindest vorläufigen Höhepunkt bei 3,5 Prozent erreicht. Dies war der höchste Stand seit dreissig Jahren. In den Folgemonaten ging die Teuerung dann sukzessiv zurück und lag im Dezember erstmals seit Mai wieder unter der 3-Prozent-Marke.

Preissprung bei Elektrizität und Gas

Der erneute Anstieg nun im Januar ist vor allem den stark gestiegenen Strompreisen geschuldet, die nun im CPI berücksichtigt werden. Hierzulande werden diese bekanntlich nur einmal im Jahr - im Januar - angepasst.

So nahmen die Preis für Elektrizität - im Vormonats- wie im Jahresvergleich - um gut einen Viertel zu. Die Preise für Gas stiegen im Monatsvergleich zwar nur um 3,3 Prozent, waren im Jahresvergleich aber um mehr als 40 Prozent höher.

Ökonomen heben in ihren ersten Reaktionen denn auch den Einmaleffekt beim Strom hervor. Laut Chefökonom Thomas Gitzel von der VP Bank dürften die Inflationsraten vorerst noch auf relativ hohen Niveaus bleiben, ab März rechnet er dann aber wieder mit deutlich sinkenden Raten wegen des Basiseffektes.

Alessandro Bee von der UBS geht davon aus, dass bereits ab diesem Monat mit einem deutlichen Rückgang der Inflation zu rechnen ist. "Die Gaspreise (an den Handelsplätzen) sind deutlich zurückgekommen, der Ölpreise hat sich stabilisiert und die Engpässe bei den Lieferketten entspannen sich zunehmend."

Chefökonom David Kohl von Julius Bär hebt hervor, dass die Inflation in der Schweiz weiterhin stark von externen Faktoren getrieben werde, während die robuste Konjunktur dazu beitrage, dass höhere Konsumentenpreise weitergegeben werden könnten. Letztlich dürften die neuesten Daten laut den Ökonomen die Schweizerische Nationalbank (SNB) darin bestärken, die Zügel weiter zu straffen.

Auch anderes wurde teurer

Neben Strom und Gas mussten Konsumentinnen und Konsumenten im Januar auch für Hotelübernachtungen, Brot und Kaffee im Januar tiefer in die Tasche greifen. Dagegen sind die Preise für Luftverkehr und Erdölprodukte gesunken, ebenso wie jene für Bekleidung und Schuhe, die im Rahmen des Ausverkaufs reduziert waren.

Trotz dieses kurzzeitigen Anstiegs bleibt die Schweiz in puncto Inflation im internationalen Vergleich nach wie vor eine Insel. So lag die Teuerung in der Eurozone zuletzt im Januar trotz Rückgang immer noch bei 8,5 Prozent. In den USA wurde sie im Dezember bei 6,5 Prozent ausgewiesen, die Januarzahlen sind noch nicht bekannt.

Neugewichtung

Wie immer im Januar wurde die Warenkorbgewichtung für den Landesindex der Konsumentenpreise (LIK, CPI) angepasst. So werden Gruppen wie Restaurants und Hotels, Freizeit und Kultur und auch Verkehr im laufenden Jahr höher gewichtet als 2022. Ein tieferes Gewicht erhalten dagegen Nahrungsmittel und alkoholfreien Getränke sowie Gesundheitspflege und Wohnungsmieten.

Wie das BFS hervorhebt, nähern sich die meisten Positionen ihrem Niveau an, das sie vor der Pandemie hatten.

(AWP)