Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Februar um durchschnittlich 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte und damit eine frühere Schätzzahl bestätigte. Im Januar lag die Teuerungsrate noch bei 1,7 Prozent.
Die Europäische Zentralbank (EZB), die am Donnerstag über den Leitzins entscheidet, strebt eine Rate von 2,0 Prozent an. Auch wenn die Teuerungsrate im Februar unter dieser Zielmarke blieb, lauern neue Inflationsgefahren: Der Ende Februar ausgebrochene Irankrieg hat die Energiekosten kräftig in die Höhe getrieben.
Dabei hatte die im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,1 Prozent billigere Energie noch dämpfend auf die Inflation gewirkt - jedoch nicht mehr so stark wie im Januar (minus 4,0 Prozent).
Ein längerer Krieg im Nahen Osten droht laut EZB-Chefvolkswirt Philip Lane die Inflation über höhere Energiepreise anzuheizen. Und EZB-Chefin Christine Lagarde machte bereits klar, dass man alles Nötige tun werde, um die Teuerung im Zaum zu halten. Die Euro-Zentralbank in Frankfurt hat den Leitzins angesichts gesunkener Inflationsgefahr von Mitte 2024 bis Mitte 2025 in mehreren Schritten auf 2,0 Prozent halbiert. Seither pausierte sie. Auch für den Zinsentscheid am Donnerstag erwarten Ökonomen keine Änderung.
Die geldpolitische Kursbestimmung ist in Zeiten des Nahostkrieges jedoch eine heikle Aufgabe, wie viele Experten anmerken. «EZB-Chefin Lagarde und die gesamte EZB müssen den schwierigsten Balanceakt seit der Energiekrise 2022 bewältigen», sagte Jörg Held von der Kapitalverwaltungsgesellschaft Ethenea Independent Investors. «Ein falscher Schritt und aus der temporären Inflationsüberschreitung könnte sich eine Rezession entwickeln.» Viele Fachleute halten eine Zinserhöhung im Sommer für wahrscheinlich.
(Reuters)

