In Bezug auf die Innovationsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft sind «Anzeichen von Ermüdung und Fragmentierung erkennbar», heisst es in einer am Montag publizierten Studie der Hochschulen FHNW, EPFL, Universität St. Gallen und dem KOF Institut. Besonders ausgeprägt sind die Unterschiede bei der Digitalisierung.
Aufholbedarf gebe es vor allem bei den sogenannten «disruptiven Innovationen», welche zu grösseren Verwerfungen in einer Branche führen können. Bei schrittweisen Verbesserungen sieht es etwas besser aus.
Internationale Rankings können täuschen
Obwohl die Schweiz in den globalen Rankings oft einen Spitzenplatz bei den Innovationen einnimmt, «sollte man sich nicht auf diesen alleine konzentrieren», sagte Studienautor Martin Wörter vom KOF Institut. So habe die Studie gezeigt, dass viele Unternehmen mit Innovationen zu kämpfen haben und das Umfeld insgesamt schwieriger geworden sei.
Für den Vergleich der Länder würden zudem meist vor allem leicht vergleichbare Daten wie etwa Patentanmeldungen oder die Leistungen der Hochschulen herangezogen, ergänzte FHNW-Forscher Frank Barjak. Daneben verzerrten einige Grossunternehmen das Gesamtbild.
KMU bei Digitalisierung im Nachteil
Andere Indikatoren gäben durchaus zu denken, ergänzte Wörter. Ein Beispiel für die vergleichsweise Schwäche ist laut der Studie das Thema Digitalisierung. Hier seien Grossunternehmen im Vorteil. Sie würden weitaus mehr Digitalisierungsziele verfolgen und hätten auch einen leichteren Zugang zu Fachkräften.
Viele Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden seien dagegen «weitgehend von der digitalen Innovation abgekoppelt». Etwas besser sehe es bei mittelgrossen Firmen aus. «Ohne gezielte Massnahmen laufen Teile der KMU-Landschaft Gefahr, nicht in vollem Umfang von der digitalen Transformation zu profitieren und an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren», resümieren die Forscher.
Im Rahmen der Studie wurden knapp 1200 Firmen aus den Branchen Chemie, Pharmazeutika/Biotechnologie, dem IT-Sektor, der Medizintechnik, Metalle/Elektro/Maschinen (MEM), Lebensmittel/Getränke und Finanzdienstleistungen einbezogen. Untersucht wurde, wie diese Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse entwickeln und welche Hindernisse diese Innovationen verlangsamen oder blockieren.
(AWP)

