Wegen Knappheiten soll Kerosin ‌aus ⁠Japan importiert werden, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen ⁠am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach sollen mindestens 200'000 Barrel (je 159 Liter) ‌Kerosin in der ersten Julihälfte im japanischen Chiba ‌verladen und zunächst nach ​Südkorea verschifft werden. An dem komplexen Geschäft seien mehrere Händler beteiligt, sagten die Insider.

Damit reagiert Russland offenbar auf eine schwere Treibstoffkrise als Folge von ukrainischen Drohnenangriffen auf russische Ölraffinerien und Depots. ‌Die Regierung in Moskau hat bereits Beschränkungen für den Kauf von Treibstoff verhängt, während Landwirte warnten, die Ernte sei gefährdet.

Der Plan ​sieht Insidern zufolge vor, dass die Fracht ​vor der südkoreanischen Hafenstadt Yeosu per ​Schiff-zu-Schiff-Umladung auf einen anderen Tanker verladen wird, bevor sie nach Russland weitertransportiert wird. ‌Das genaue Ziel in Russland sei noch unklar. Das Energieministerium in Moskau und das japanische Wirtschaftsministerium reagierten zunächst nicht auf ​Bitten ​um Stellungnahme. Das südkoreanische Industrieministerium lehnte eine ⁠Stellungnahme ab.

Die russischen Kerosin-Exporte sind ​nach Daten des Analysehauses Kpler ⁠in diesem Jahr auf etwa 13'000 Barrel pro Tag ‌gefallen. Im vergangenen Jahr hatte Russland noch rund 30'000 Barrel pro Tag exportiert. Ein ähnlicher, wenn ‌auch deutlich kleinerer Import von 22'000 Barrel Kerosin ​aus Südkorea nach Wladiwostok fand den Daten zufolge zuletzt im Februar 2022 statt.

(Reuters)