Die Aktien von Mobilezone steigen am Freitag um 1,00 Prozent auf 12,10 Franken und bewegen sich damit im Gleichschnitt zum Swiss Performance Index, der 0,99 Prozent vorrückt.
Die Avancen der Mobilezone-Valoren folgen auf eine aus Anlegersicht wenig erfreuliche Entwicklung in der jüngsten Vergangenheit.
Am Donnerstag sind die Titel um 1,16 Prozent gefallen und bei 11,98 Franken aus dem Handel gegangen. So niedrig haben die Anteilsscheine des Telekommunikationskonzerns zuletzt im Dezember 2025 gestanden - sie hatten also ein Zehn-Monate-Tief erreicht.
Der Druck auf die Aktie hält seit einiger Zeit an, wobei sich der Sinkflug ab Mitte Juli beschleunigt hat. Bis am Donnerstagabend stand ein Minus von 22,2 Prozent seit dem Zwischenhoch bei 15,40 Franken vom 16. Juli zu Buche.
Die Halbjahreszahlen, die im August vorgestellt wurden, fielen unerwartet schwach aus: Umsatz, Umsatzwachstum, operativer Gewinn und operative Marge des ersten Semesters lagen unter den Konsensprognosen. Es war der erste Leistungsausweis ohne das zum Jahreswechsel 2025/2026 verkaufte Deutschlandgeschäft.
Zudem wurde Anfang Juni die vollzogene Akquisition der AK Gruppe gemeldet, zu der die E-Commerce-Plattform Apfelkiste gehörte. Aufgrund der Integration der frisch erworbenen Einheiten erhöhte das Management die Guidance für das Gesamtjahr 2026: Neu wird ein Gruppen-Ebitda von 50 bis 57 Millionen Franken angepeilt (zuvor: 40 bis 47 Millionen Franken). Auch verspricht man sich ab 2027 Ebitda-Synergien im mittleren einstelligen Millionenbereich. Zudem hält Mobilezone am Ebitda-Ziel von 70 Millionen Franken für das Geschäftsjahr 2028 fest.
Dazu setzen Investoren wie Analysten verschiedene Fragezeichen. Der Preis von 180 Millionen Franken für die AK Gruppe gilt als stolz. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) erachtet die erhofften Synergien als «mit einer gewissen Unsicherheit behaftet» - es werde sich erst noch weisen müssen, ob die Vorteile des Zusammenwirkens tatsächlich eintreten.
Die Erreichung des mittelfristigen Ebitda-Ziels von 70 Millionen Franken setze sowohl die Realisierung der Synergien als auch eine Rückkehr zu organischem Wachstum im Retail-Geschäft voraus, hält der zuständige ZKB-Analyst, Arun Vasudevan, in seiner jüngsten, Ende August erschienenen Notiz ebenfalls fest. Gerade das Retail-Geschäft bleibe aber herausfordernd.
Für Investoren ist die Aktie der Telekommunikationsanbieterin aufgrund der Dividendenrendite von 7,5 Prozent weiterhin attraktiv. Dieser Wert gehört zu den höchsten am Schweizer Aktienmarkt. Hierbei bekräftigte das Mobilezone-Management zum Halbjahresbericht auch, dass die Dividendenpolitik fortgeführt werden solle.
Die ZKB sieht den fairen Wert der Aktie bei 15 Franken und stuft den Titel mit «Marktgewichten» ein. Der Vermögensverwalter Vontobel veranschlagt das Kursziel bei ebenfalls 15 Franken, das Rating lautet «Hold». Abgelesen an diesen Einschätzungen drängt sich ein Zukauf der Mobilezone-Aktie kaum auf. Anleger, welche die Anteilsscheine schon besitzen, können auf einen 24-prozentigen Kursgewinn hoffen - und weiterhin die vergleichsweise attraktive Dividende einziehen.

