Calida ist ein Beispiel, dass die Musik bei den Dividenden nicht nur bei den Grosskonzernen spielt. Am Montag gab der Bekleidungshersteller bekannt, dass er in Zukunft mehr Dividenden an die Aktionäre ausschütten will. Die angestrebte höhere Ausschüttungsquote steigt auf 40 bis 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses - von bisher 20 bis 30 Prozent. Die Aktie legte 9 Prozent zu.

Schweizer Dividendentitel bieten generell eine gute Möglichkeit, um die Performance im Portfolio zu steigern. Die im Swiss Performance Index gelisteten Aktien weisen eine durchschnittliche Dividendenrendite von etwa 2,8 Prozent auf - im internationalen Vergleich ist dies ein hoher Wert. Hat ein Investor etwa eine Aktie im Wert von 100 Franken, bekommt er bei einer Dividendenrendite von 2,8 Prozent 2,80 Franken an Dividenden ausbezahlt. 

Ein Grossteil der ausgeschütteten Dividenden geht auf das Konto der Grosskonzerne wie Roche, Nestlé und Novartis. Es lohnt sich - wie eingangs erwähnt - aber auch ein Blick auf kleinere Konzerne, die den Aktionären viel Kapital zurückführen. Investitionen in Small- und Midcaps sind in der Regel mit höherem Risiko behaftet und können im Kurs und in der Gewinnentwicklung stärker schwanken. Dividendenjäger sollten also auf die Regelmässigkeit einer Gewinnausschüttung bei Firmen achten, oder besser noch: Darauf, inwiefern das Unternehmen in den letzten Jahren oder Jahrzehnten die Dividenden steigern konnte.

cash.ch hat sich einige Aktien herausgesucht, die unter den Small- und Midcaps herausstechen. Die Aktien in der folgenden Liste haben in den letzten Jahren zumeist gute Werte geliefert, wenn es um die Auszahlung von Dividenden geht. 

Mit einer Dividendenrendite von 8,6 Prozent ist Sunrise derzeit einer der besten Dividendenzahler am Schweizer Aktienmarkt. Telekommunikationsunternehmen schütten wegen der hohen und konstanten Cash-Flows traditionell viel Geld an die Aktionäre aus. Sunrise ist erst seit letztem Jahr an der Schweizer Börse gelistet und konnte dort kursmässig noch nicht überzeugen. 
 
Das könnte sich mit dem neuen Restrukturierungsprogramm ändern. Im Zuge einer mehrjährigen Neuaufstellung könnten bis zu 450 Vollzeitstellen wegfallen, also fast jeder sechste Job. Zuvor hatte Sunrise bereits Anfang des Jahres die Streichung von 147 Vollzeitstellen bekannt gegeben. Dieser Abbau wurde im Sommer abgeschlossen.

Titel Dividendenrendite KGV 2027 Verhältnis Dividendenauszahlung zu Gewinn Wachstum Dividende letztes Jahr
Sunrise 8,6 % 38 - 3 %
Mobilezone 7,3 % 12 - 0 %
Cembra 5,4 % 12 91 % 10 %
Meier Tobler 5,0 % 15 123 % 6 %
Phoenix Mecano 4,3 % 11 59 % 3 %
Burkhalter 4,2 % 19 90 % 7 %
Flughafen Zürich 4,2 % 21 75 % 98 %
Adecco 4,1 % 10 57 % 0 %

Quelle: Bloomberg. KGV=Kurs-Gewinn-Verhältnis

Das erwartete jährliche Gewinnwachstum von 49,6 Prozent liegt weit über dem Branchendurchschnitt von 11,4 Prozent. Jedoch ist die erwartete Dividende höher als der erwartete Gewinn und mit gewissen Risiken behaftet.

Mobilezone mit Fokus aufs Schweizer Geschäft

Mit 7,3 Prozent bietet Mobilezone im Vergleich ebenfalls eine hohe Dividendenrendite. Die Aktie erreichte Mitte März ein Drei-Jahres-Hoch, konnte dies aber nicht halten und fiel Anfang Juni auf ein 18-Monate-Tief. Anfang des Jahres hat der Telekomspezialist den Verkauf des schwächelnden Deutschland-Geschäfts abgeschlossen und konzentriert sich seither auf den Schweizer Markt.

Kurz darauf hat Mobilezone wieder zugekauft und den Onlineshop für Smartphone-Zubehör Apfelkiste übernommen. Diese Übernahme schaffe laut dem Unternehmen eine «signifikante Steigerung» von Umsatz und Ebitda. Im August präsentierte positive Halbjahreszahlen und verkündete Mobilezone die Fortführung der Dividendenpolitik und bis 2028 eine Ausschüttung von mindestens 0,90 Franken pro Aktie.

Der Konsumkreditspezialist Cembra konnte die Dividende im Jahr 2025 gegenüber 2024 um 10 Prozent erhöhen. Dazu wurde eine Sonderdividende ausgezahlt. Seit 2020 hat die Firma die Ausschüttungen jedes Jahr erhöht. Cembra strebt für das laufende Geschäftsjahr unverändert eine Dividende von mindestens 4,60 Franken an. Kürzlich bekräftigte CEO Holger Laubenthal indes Pläne, den Wachstumskurs fortzusetzen und die Dividenden kontinuierlich anzuheben. An einem Investorentag Anfang Dezember 2026 wird Cembra ein Update zu den Finanzzielen geben. 

Mit Meier Tobler und Burkhalter sind zwei Gebäudetechnikfirmen unter den Dividendenperlen. Sie bieten eine Rendite von 5 respektive 4,2 Prozent. Bei Meier Tobler haben sich die Dividenden seit 2021 fast verdoppelt. Dennoch sollten Dividendenjäger hier etwas vorsichtiger sein als noch zu Jahresbeginn. So wurde die Dividende für das Jahr 2025 auf 1,70 von 1,60 Franken pro Aktie erhöht - trotz Gewinnrückgangs. Auf ein Aktienrückkaufprogramm wurde wegen des Gewinnrückgangs aber verzichtet. 

Die Ausschüttung sei durch den bereinigten Konzerngewinn und den operativen Cashflow komfortabel gedeckt und somit ungefährdet, wurde zu Jahresbeginn mitgeteilt. Immerhin rechnet Meier Tobler auch wieder mit einer anhaltenden Markterholung, was sich auch im anziehenden Aktienkurs zeigt.

Beim Komponenten- und Gehäusehersteller Phoenix Mecano sieht es ähnlich aus wie bei Meier Tobler: Steigerung der Dividenden in den letzten Jahren, und Steigerung der Dividende auch für 2025 trotz Gewinnrückgangs. Und auch bei Phoenix Mecano haben sich die Geschäftsaussichten im laufenden Jahr verbessert, womit die Dividende - zumindest auf gleicher Höhe wie im Vorjahr - für 2026 nicht gefährdet sein sollte. Die Rendite beträgt 4,3 Prozent.

Neue Dividendenpolitik bei Flughafen Zürich

Den höchsten Anstieg – praktisch eine Verdoppelung – verzeichnete von 2024 auf 2025 die Dividende der Flughafen Zürich AG. Grund dafür ist eine neue Dividendenpolitik, mit der künftig 50 Prozent des bereinigten Gewinns an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

Im ersten Halbjahr 2026 präsentierte die Flughafen Zürich AG zwar einen höheren Betriebsgewinn, jedoch mehr Abschreibungen. Dennoch hält das Unternehmen an den Zielen für das laufende Jahr fest. Wegen höherer Abschreibungen und Investitionen dürfte der Reingewinn jedoch auch über das gesamte Jahr 2026 etwas tiefer ausfallen als im vergangenen Jahr.

Die Dividendenpolitik von Adecco gab in den letzten Jahren zu reden. Der Personalvermittler hat im Jahr 2025 seine Ausschüttung massiv um rund 60 Prozent gekürzt, um den Schuldenabbau zu beschleunigen. Damit wurden Unkenrufe bestätigt, dass die hohen Dividenden, die Adecco über Jahre ausschüttete, nicht haltbar waren. Die Rendite beträgt nun noch realistischere 4,1 Prozent, nachdem sie im Jahr 2023 über 8 Prozent lag. Die Aktie bewegt sich seit geraumer Zeit auf dem höchsten Stand seit November 2025.